Welcome to Iran

Was das Überraschende an unserem Iran-Aufenthalt war? Das war die überwältigende Gastfreundschaft der Iraner. Wo immer unsere Reisegruppe durch die Straßen, Gassen und Basare schlenderte, wurden wir freundlich angesprochen. Englisch-Kenntnisse sind weit verbreitet, schon Erstklässler umschwirrten uns, als wir nach Schulschluss an der Schule vorbeikamen: „Who do you? My name is … What’s your name“ probierten die Kleinen ihre Kenntnisse aus. Man kommt in Iran schnell ins Gespräch. Die Eersten Worte waren fast immer:

Welcome to Iran

Ich habe das noch nicht erlebt: die Menschen freuten sich, dass wir sie besuchten, dass wir uns für sie interessierten. Speziell Reisende aus Deutschland werden von einer Welle der Sympathie getragen. Die Iraner suchen das Gespräch mit uns. Touristen sind noch immer Exoten in den Straßen von Iran.

Mit Vorliebe haben die Iraner unseren Besuch mit Handy-Kameras dokumentiert: Erst kam ein Kind und bat um ein Foto. Für die nächsten Aufnahmen gesellten sich dann alle Familienmitglieder dazu: Gruppenbild mit Touris! Hab ich noch nicht erlebt!

Ich habe mich noch nirgends so sicher gefühlt, wie in Iran. In der Deutschen Botschaft erfuhren, dass das nicht nur ein subjektives Empfinden ist. Überfälle, Diebstähle oder Körperverletzungen werden so gut wie gar nicht registriert. Wer vorher in Buenos Aires oder Montevideo zu Besuch war, fühlt in Iran eine gewisse Anspannung abfallen.

Ein Koran-Professor telefoniert mit einem Smartphone Welcome to Iran

Ein Koran-Professor telefoniert mit einem Smartphone

Auch im Gespräch mit einem Hochschullehrer für Koranauslegung kam nirgends ein unfreundlicher Missklang auf. Welcome to Iran!

Junges Land, modernes Land

Das Straßenbild ist wenigstens in Teheran geprägt von einer eher laxen Auslegung der islamischen Kleiderordnung. Das ist aber auch alles: Smartphones in jeder Hand, Aufladestationen für Smartphones vor Moscheen und vielen Ecken. Ein Verkehrsaufkommen, das einem buchstäblich den Atem raubt, Werbung für japanische Kühlschränke, Autos aus heimischer Produktion, grell-bunte Ladenschilder für Eisdielen und Schönheitssalon. Mahnende Plakate zur Verkehrserziehung deuten auf eine Besonderheit der Iraner hin. Sobald sie einen automobilen Untersatz nutzen, kennen sie weder Freunde, Verwandt oder Fremde, sondern nur noch Hindernisse.

Einer von den vielen Läden im Basar von Teheran. Welcome to Iran

Einer von den vielen Läden im Basar von Teheran.

Männer und Frauen fahren gemeinsam im öffentlichen Bus: die Männer vorne, die Frauen hinten. Frauen fahren, anders als in Saudi Arabien, PKW und Taxis.

Im wichtigen Teheraner Basar findet man nicht nur Obst, Gewürze und Früchte. Hier kann man von Geschirr über Einrichtungsgegenstände bis hin zu Dessous so ziemlich alles kaufen.