Walsafari

Walsafari

Die Costa Neoromantica legt in Sortland an. Die Ausflügler für die Walsafari eilen zu ihren Bussen. Der „Bus 1“ entpuppte sich als der Katamaran „Helgeland„. 200 Passagiere der NeoRomantica wechseln vom großen aufs kleine Schiff. Fast immer, so die Beschreibung des Ausfluges, könne man Wale sehen. Und wer leicht seekrank wird, solle von der Exkursion Abstand nehmen.

Der Katamaran ist gut in Schuss und im Nu mit Ausflüglern besetzt. Das Wetter ist perfekt: kaum Wind, ruhige See, phantastischer Blick auf die noch vom Schnee bedeckten Vesteralen. Wer kann, sichert sich einen Stehplatz auf dem Deck. Die Sitzplätze unter Deck bleiben überwiegend leer.

Mit Vollgas zu den Walen

Das kleine Boot hat kaum die Brücke Richtung Norden passiert, als klar wird, was mit der Reisewarnung für Seegang-Empfindliche gemeint war. Der Kapitän schiebt die Regler für die Motoren hoch, und der Katamaran beginnt ein spektakuläres Rodeo auf den Wellen. Auch kleine Wellen können eine Seefahrt in eine Achterbahnfahrt verwandeln.

Walsafari - Vor der eindrucksvollen Kulisse der Vesteralen prescht der Katamaran zu den Walen.

Walsafari – Vor der eindrucksvollen Kulisse der Vesteralen prescht der Katamaran zu den Walen.

Die Gischt geht vor der beeindruckenden Kulisse der Vesteralen hoch. Der Preis für den Ausflug hat sich jetzt schon ausgezahlt.

Ich habe Spaß. Andere nicht so: sie hatten die Reisewarnung ignoriert und lassen sich jetzt das Frühstück noch ein mal durch den Kopf gehen. Auf der Rückfahrt wird ein Besatzungsmitglied das Deck abspritzen.

Zwischenstation Vogelfelsen

Die erste Station auf dem Weg zu den Walen ist ein Vogelfelsen zu Füßen eines Leuchtturms. Ein Gewirr von Trottellummen, Papageientauchern und Seeadlern umschwirrt den Felsen und wird von begeisterten Rufen der Ausflügler begleitet. Das Schiff hat jetzt seine Geschwindigkeit gedrosselt, die Seekranken schöpfen Hoffnung. Wir umkreisen den Felsen und drehen dann wieder mit Vollgas ab in Richtung Wale. Scharen von Papageientauchern begleiten uns. So unbeholfen sie im Fluge wirken, so mühelos halten sie mit dem Katamaran mit. Hier und da mischen sich Trottellummen unter die Begleiter.

Ein bisschen Moby Dick und Kapt'n Ahab: Wir suchen Wale.

Walsafari – Ein bisschen Moby Dick und Kapt’n Ahab: Wir suchen Wale.

Die Fahrt wird noch ruppiger. Wer noch auf den Beinen ist, steht an Deck und sucht stieren Blickes das Meer nach Walen ab. Der Geist von Käpt’n Ahab und Moby Dick umflort das Deck. Ein französischer Mitreisender hat die besten Augen und entdeckt den Buckel und das Blasen eines Pottwals. Der Skipper legt ein Brikett drauf und bringt das Boot dichter an den Wal. In seiner Näher drosselt er die Motoren, und der Katamaran gleitet geräuschlos zum Pottwal.

Da! ein Wal!

Ich beginne zu verstehen, warum der Ausflug auf einem Katamaran stattfindet. Alle Passagiere eilen nach Backbord und drängen sich an der Reling. Jedes andere Schiff wäre gekentert.

Da schwimmt er, der Wal!

Walsafari - Kaum im Zielgebiet angekommen begrüßt uns ein Wal mit dem charakteristischen Blasen.

Walsafari – Kaum im Zielgebiet angekommen begrüßt uns ein Wal mit dem charakteristischen Blasen.

An Bord herrscht Stille. Alle sind von der majestätischen Ruhe und Größe des Wals beeindruckt. Er bläst hin und wieder blubbernd und schnaufend und verschwindet dann mit einem wunderschönen Winken mit der Fluke in den Tiefen des Meeres.

Selbst, wenn man sich den Walen in bester Absicht nähert, muss man schon sehr genau gucken und schnell reagieren. Wie haben es die Walfänger seinerzeit mit trägen Seglern und Ruderbooten geschafft, die Wale fast auszurotten?

Heute ist unser Glückstag, eine Schule Orkas umspielt unser Schiff. Sie nähern sich ohne maschinelles Zutun des Kapitäns unserem Boot bis auf wenige Meter.

Walsafari - Eine Schule Orkas spielt mit dem Ausflugsboot.

Walsafari – Eine Schule Orkas spielt mit dem Ausflugsboot.

Auf dem Boot herrscht Stille, die nur vom Schnaufen der Killerwale und dem Plätschern des Wassers durchbrochen wird. Die Orkas spielen Fangen mit dem Katamaran. Zwischenzeitlich sehen wir noch einen Grind- und einen Schweinswal. Wir sind glücklich, dass wir die Tiere sehen konnten. Die Größe der Tiere, die Eleganz ihrer Bewegungen und die Friedfertigkeit werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Hinweis in eigener Sache: Auch der Winter hat seine spannenden Eindrücke: Lesen Sie auch den Bericht über die Jagd nach dem Polarlicht.