Ushuaia

Die Fahrt durch den Beagle-Kanal endet abends an einem Kai in Ushuaia.

Wir schlendern gleich nach dem Anlegen durch die Stadt. Sie ist alles andere als schön, kann aber von unserem Schiff ohne Shuttle erreicht werden. Am Kai gegenüber liegt ein -Überraschung- Containerschiff. Es wird sehr altbacken beladen und gelöscht: LKW bringen die Kisten längsseits, und ein bordeigener Kran hüsert die Boxen dann nach oben.

Ushuaia – Tor zur Antarktis

Hinter dem Containerschiff in Richtung Stadt liegt ein Expeditionsschiff. Zwei junge Leute lassen sich gerade vor der Gangway fotografieren. Wir fragen sie über ihr Woher und Wohin: es geht noch verrückter als eine Ditscher-Tour mit der AIDAcara nach Südamerika: sie kommen aus Ungarn und haben mal eben 10 Tage Urlaub in der Antarktis gemacht.

Eine Ecke weiter treffen wir zwei Rucksacktouristen, jeder mit zwei Rucksäcken und dem vollen Besteck. Woher, Wohin? Sie kommen aus Israel und wollen ein bisschen in dem hiesigen Nationalpark wandern. Temperatur derzeit knapp über 5 Grad, tagsüber, ob das mitgeschleppte Zelt für diese Witterung reicht? . Immerhin die Sonne zeigt sich manchmal.
Aber ich kann die beiden verstehen: die Natur ist hier unvergleichlich eindrucksvoll: sSonnenbeschienene Berge, lebendige Wolken. Das Land ist von See aus betrachtet eher Mars mit Wasser. Aber schööön mit mehreren Ös.

Von Beagle, Kanälen und Arten

Morgen unternehmen wir einen Ausflug in den Feuerland Nationalpark mit einer Bootsfahrt auf dem Beagle-Kanal, der kein Kanal und kein Beagle ist, sondern eine natürliche Wasserstraße, die von Robert FitzRoy 1831 entdeckt wurde, dessen Schiff „Beagle“ hieß. An Bord der „Beagle“ war übrigens Charles Darwin, der auf der Reise mit der „Beagle“ auch die Galapagos-Inseln besuchte und dabei von verschiedenen Finken-Schnäbeln auf den „Ursprung der Arten“ geschlossen hatte.

Bewachte Grenzen

Die Gegend ist hier unten militärisch angespannt. In Punta Arenas waren ein halbes Dutzend Kriegsschiffe versammelt, und hier in Ushuaia ist unser Schiff von zwei argentinischen Kriegsschiffen umzingelt. Und natürlich haben britische Schiffe hier Hafenverbot.
So langsam senkt sich die Nacht über Stadt, Bucht, Hafen und Schiff. Wir blicken auf die Stadt und hinter uns verklingen die letzten Töne der Barmusik. Life und sehr gefällig.

Nach dem Ausflug unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang in Ushuaia und trinken einen leckeren Kaffee in einer urigen Kneipe direkt am Wasser.
Auf den Straßen herrscht ein buntes Durcheinander von Einheimischen und Touristen.
Die Straßen sind  zum Teil vielspurig, aber 30cm hohe Schwellen vor den Fußgängerübergängen bremsen auch lautstarke Raser und bringen sie zum Rüberschleichen.
Container und Touristen leben hier friedlich zusammen. Auf der Promenade entdecken wir einige Skulpturen, Der Himmel ist leuchtend-blau, die Temperaturen erreichen kuschelige 19°C. Die Luft ist so klar, dass die die chilenischen Anden wie gemeißelt vor uns stehen. Es gibt nur rund zwanzig Tage im Jahr, an denen es nicht nebelig, regnerisch oder stürmisch ist. Gut, dass wir heute hier waren.

Schlepper St. Christopher

Vor dem Strand liegt der alte Schlepper St. Christopher. Er fuhr schon bei der bei der Invasion in der Normandie mit, damals noch unter britischer Flagge unter dem Namen „HMS Justice„. Danach verrichtetete er noch eine Zeitlang seine Dienste in den Gewässern um Ushuaia. 1957 war die Dampfmaschine hin und der Schlepper wurde als Denkmal für die vielen untergegangenen Schiffe in den Gewässern um Ushuaia auf Grund gesetzt. Gebaut wurde die St. Christopher übrigens 1943 in den USA als Rettungsschlepper USS ATR-20. Allerdings trat der Schlepper nie in den amerikanischen Marine-Dienst ein, sondern wurde an die Briten verliehen. Schon 4 Wochen nach Fertigstellung arbeitete er vor der Normandie.

Die Aussicht, mit so einem kleinen Schiff (Länge knapp über 50m) über den Atlantik zu schippern, ist nicht reizvoll.

Neben dem Schlepper verrät ein Möwenschwarm, wo die Abwässer der Stadt in den Beagle-Kanal fließen. Bevor man sich darüber aufregt, sei daran erinnert, dass auch Lissabon seine Abwässer ungeklärt in den Tejo leitet. Und da wäre man dichter an der Zivilisation – und den Fördertöpfen der EU.

Die Promenade führt an einer kleinen Kirche vorbei und am futuristischen Bau des Ushuaia Kasinos. Es ist abends aufwendig beleuchtet und war uns schon bei unserer Ankunft am vergangenen Abend aufgefallen.

Sehen Sie hier die Bilderstrecke mit den interessantesten Bildern vom Hafen und der Promenade von Ushuaia.

Am Kai von Ushuaia legen Kreuzfahrt- und Containerschiffe an. Die Kreuzfahrtschiffe fahren um Südamerika herum oder zu den Falklandinseln.

Am Kai von Ushuaia legen Kreuzfahrt- und Containerschiffe an. Die Kreuzfahrtschiffe fahren um Südamerika herum oder zu den Falklandinseln.