Mallorca Ausflug Valldemossa Kloster

Valldemossa, hier geht es zu den Bildern, ist einer von vielen Siedlungen in Mallorca, deren Eindruck auf den Besucher austauschbar ist. Der Ort liegt in einer gebirgigen Gegend, gut 400m hoch, im Westen der Insel. Im Sommer ist das Klima dort oben erträglicher als in der Niederung.

Valldemossa Die Hochlage bringt angenehmes Klima in den Ort. Valldemossa Kloster

Valldemossa Die Hochlage bringt angenehmes Klima in den Ort.

Die Höhenlage, die Nähe zur Küste und ein freundlicher Wind haben den Ort im 13. Jahrhundert zu einer königlichen Sommerfrische gemacht. Jakob II von Mallorca (1243 geboren in Montpellier, gestorben 1311 auf Mallorca) ließ dort einen Palast errichten. Auf Mallorca wird katalanisch gesprochen, darum heißt der König auch nicht Jakob, sondern Jaume. Sein Vater, Jakob I von Aragon, hatte die Mauren von der Insel vertrieben und sie für sich in Besitz genommen.

Die weitere Geschichte ist bewegte, blutige Geschichte. Wenn die Sonne nicht zu heiß auf die Birne brennt, lohnt es sich die Historie nachzulesen. Ein Krimi ist ein Dreck dagegen.

Im 14. Jahrhundert begann der Bau des Kartäuser-Kloster namens „Real Cartuja“, heute bekannt unter dem Namen Kartause von Valldemossa.

Chopin und Sand im Kloster

Wenn jedes Jahr 1 Million Besucher in den kleinen Ort (2.500 Einwohner) strömen, hat das nichts mit dem königlichen Palast zu tun. Von ihm habe ich nirgends eine Spur oder einen Hinweis gefunden. Die Besucher zieht es wie magisch zu einem ehemaligen Kartäuser-Kloster namens „Real Cartuja“. 1838 weilte hier ein merkwürdiges Paar. Ein bekannter polnischer Komponist namens Frédéric François Chopin, der sich seine Meriten in Paris erarbeitete und eine französische Schriftstellerin namens Amantine Lucile Dupin de Franuell, besser bekannt unter dem Namen George Sand (nach einem Pseudonym, unter dem sie am Anfang ihrer Karriere für den Pariser Figaro geschrieben hat) verbrachten ein paar Monate gemeinsam in diesem Kloster.

Valldemossa Die Straßen sind eng. Für Autos Fußgänger wird es eng, wenn ein Auto entgegenkommt. Valldemossa Kloster

Valldemossa Die Straßen sind eng. Für Autos Fußgänger wird es eng, wenn ein Auto entgegenkommt.

Aus dieser Tatsache kann man schon folgern, dass das Kloster keines mehr war, sondern nach der Säkularisierung ein Hotel. Ortsansässige kauften die Zellen der vertriebenen Mönche als Eigentumswohnungen. Die Zellen sind auch heute noch in Privatbesitz.

Die beiden Künstler der Tasten und der Feder hatten sich in dem gastfreien Landsitz von George Sand unter Vermittlung von Franz Liszt kennen und lieben gelernt und verbrachten einen Winter auf Mallorca. Frédéric Chopin hatte mit großen Mühen ein Klavier auf die Insel schaffen lassen. George Sand hatte es da viel einfacher. Papier und Bleistift reichten ihr als Werkzeug. In dieser Zeit entstand der Roman „Ein Winter auf Mallorca“. Das Manuskript gehört zur Devotionaliensammlung des (ehemaligen) Klosters. Die gedruckte Version bietet der Museumsladen in mehreren Sprachen zum wohlfeilen Erwerb an.

Das Kloster. Was gibt’s zu sehen?

Auf dem Weg zum Kloster fällt eine Statue auf, eine Bronzebüste, die Frédéric Chopin darstellt. Seine Nase glänzt. Viele Besucher betätscheln sie. Mit welchen Erwartungen sie das tun, bleibt offen. Im Museum selbst kann der Besucher eine sehr schöne Bibliothek besichtigen. Ein Elfenbein-Triptychon ist sehr sehenswert. In einer Vitrine liegt ein Buch von Galilei über die Planetenbewegungen aus. Wenn man schon da ist, kann man auch an einem kurzen Klavierkonzert teilnehmen. Zur Ehre des Komponisten wird alle Stunde ein Stück von Chopin gespielt. Natürlich gibt es auch eine Kirche. Bilder sehen hier. Es gibt ein Modell, wie seinerzeit die Zellen der Mönche ausgestattet waren. Nebenan kann man eine alte Druckerpresse betrachten, nebst einiger Druckerzeugnisse. Und was ist ein Kloster ohne Kirche und Apotheke? Beides kann der interessierte Besucher besichtigen. Und wer’s haben muss, kann beim Betrachten der Devotionalien feuchten Träumen nachhängen: Klamotten und Totenmaske des Komponisten stehen zum ehrfurchtsvollen Betrachten bereit.

Valldemossa. Was gibt’s zu sehen?

Zu aller erst wird der anreisende Besucher wahrscheinlich den Parkplatz sehen. Es ist, wie überall, wo Touristen zusammenkommen, Vorsicht geboten. Auch in der Vorsaison ist mir ein Überfall berichtet worden: Wenn jemand nachdenklich vor Ihrem Auto steht und sorgenvoll auf eine angebliche Leckage unter Ihrem Fahrzeug deutet, verriegeln Sie besser die Türen und alarmieren die Polizei. Sonst sind – ruck zuck – Rucksack, Handtasche und Jacken in fremden Hemden.

Das ist auch das Aufregendste an dem Ort, der eigentlich nur durch den kurzen Aufenthalt eines bekannten Komponisten aus der Masse von ähnlichen Ansammlungen kleiner, gedrungener Häuser an engen Straßen und winzigen Gärten herausragt.

Valldemossa Blumentöpfe sind die Vorgärten.

Valldemossa Blumentöpfe sind die Vorgärten.