Iran: Wüsten – Safranernte

Der Bericht ist nicht fertig, sondern entsteht.  Damit es nicht unübersichtlich wird, habe ich einige Hinweise und die Literaturhinweise ausgelagert. Hier finden Sie „Iran – gut zu wissen

Für den schnellen Zugriff auf bestimmte Besuchsprogramme gibt es eine Übersichtsseite. Hier finden Sie auch eine Übersicht auf Bilderstrecken.

Tag 1 – Anreise nach Mashhad

Iran Wüsten Safranernte Zivilgesellschaft: jetzt geht’s los!

Ich sitze im Taxi zum Flughafen. Der Hamburger Oktober zeigt, dass er auch im Zeitalter der Klimaerwärmung nichts von seiner fröstelnden und nasskalten Natur verloren hat. Die Bäume trennen sich noch unwillig von ihrem Laub. Aber es sind schon genügend Blätter gefallen, um Straßen und Bürgersteigen mit einer matschigen Pampe aus verfaulendem Laubwerk zu überziehen.

Da sind die Erwartungen an meine Reise doch sehr viel sonniger. Die Ungewissheiten im Vorfeld sind nicht vergessen, aber verdrängt: Jetzt gilt nur noch Zuversicht und Vorfreude!

Ich bezahle den Taxifahrer und verstehe, dass einem mit allen Franken gewaschenen Kollegen aus der Schweiz bei den Taxipreisen in Hamburg Tränen in die Augen gestiegen sind. Die Hamburger Taxifahrer müssen eine Bomben-Verbindung zum Senat haben, der in der Stadt der Pfeffersäcke und Krämer die Tarife festlegt.

Geduldsprobe: Warten

Sei es, wie es ist: ich danke meiner Ungeduld, dass ich den Schalter von Turkish Airline mit einem dicken Zeitpolster erreiche: Vor dem Schalter warten wohl über 150 Passagiere, von breiten Bändern in eine windungsreiche Schlange geformt, auf ihre Abfertigung. Beim Betrachten der Gepäckmengen meiner Mitreisenden werfe ich einen nachdenklich Blick auf meinen einzelnen Koffer und überlege, ob ich nicht doch etwas vergessen habe. Die Abfertigung zieht sich, weil nicht alle Schalter besetzt sind und viele sperrige Gepäckstücke zeitraubende Sonderbehandlungen erfordern.

Schlange stehen und Warten zählen nicht zu meinen Parade-Disziplinen.

Meine Geduld und Toleranz wird bei der Sicherheitskontrolle auf eine weitere Probe gestellt.

Dieses ritualisierte Misstrauen und die ruppige, mit Verachtung vorgetragene Machtdemonstration ähnelt mehr dem menschenverachtenden Grenzregime der VoPo als dem eines demokratisch verfassten und Grundregeln der Menschenwürde verpflichteten Sicherheitsapparates.

Natürlich werden meine Schuhe wieder einer genauen Untersuchung unterzogen. Und die (vergebliche) Suche nach Sprengstoff in meinem Rucksack zählt auch zu den grenzdebilen Routinen, die jeden Flug teurer aber keinen sicherer machen.

Hamburg nach Istanbul

Zu guter Letzt sitze ich tatsächlich vor dem Abflug-Gate. Ich habe mir einen Platz weit hinten in der Maschine ausgesucht und darf mit der ersten Gruppe einsteigen.

Aus Gründen, die sich mir nicht erschließen, startet der Flieger mit 40 Minuten Verspätung. Wir werden über über das neue Drehkreuz von Turkish Airways: den Flughafen Istanbul fliegen. Von da geht es abends weiter zu unserem ersten Ziel in Iran: Mashhad. Auf den neuen Flughafen Istanbul bin ich gespannt.

Ich erhasche noch einige graue Blicke auf Stadt und Hafen. Dann verschwindet der unfreundliche, graue Herbst unter einer grauen Wolkendecke.

Wie mit dem Lineal gezogen nimmt der Flieger auf seinem Weg nach Istanbul dieselbe Route wie bei den vorangegangenen Flügen: Später sehe ich nämlich, dass ich die selben Landmarken fotografiert habe, wie bei unseren anderen Flügen nach Istanbul

Die Verpflegung an Bord der Turkish Airlines ist auch für die Holzklasse vorbildlich. Es gibt zusätzlich zu Wasser und Kaffee ohne Aufpreis eine vollwertige warme Mahlzeit. Nur eine Vorsuppe fehlt. Für den kleinen Salat gibt es sogar eine kleine Tüte Dressing aus Olivenöl und Zitronensaft. Ach ja: ich wähle „Hühnchen mit Reis und Gemüse“.

Zwischenlandung in Istanbul

Der Anflug auf den neuen Flughafen von Istanbul (Hat er eigentlich schon einen Namen?) ist weniger spektakulär als das Einschweben auf den bisherigen Flughafen. Man sieht zwar einige monotone Neubausiedlungen, erlebt aber nicht die spannende Skyline mit Hochhäusern, die der Erdbebengefahr spotten.

Wir landen mit Verspätung. Alle Passagiere klauben Handgepäck und Kleidung aus den Gepäckfächern und drängeln sich schon vor dem Ausgang. Dann heißt es „April, April. Alles wieder hinsetzen und anschnallen“.

Der Flieger muss noch 30cm vorziehen, weil die Gangway nicht passt. Aus 30cm werden weitere 10 Minuten Verspätung.

Und darum heißt es : Beine in die Hand und los.

Der neue Flughafen von Istanbul

Der Flughafen von Istanbul ist die Pest:

Auf der Rückseite der Bordingkarte war zwar ein Übersichtplan abgedruckt Aber der liefert auch nicht mehr Informationen, als dass die Flugzeuge an mehreren Armen andocken. Leider fehlen auf dem Plan Andeutungen, wie lange man wohl von einem Ende eines Armes zum Gate am anderen Arm unterwegs ist.

Rückseite der Bordingkarte mit einem Lageplan des Flughafens

Rückseite der Bording-Karte mit einem Lageplan des Flughafens Istanbul

Und die Wege sind dann sehr lang. Im Schweinsgalopp (soweit der in einem moslemischen Land erlaubt ist) bin ich wohl 30 Minuten (na gut: mit Fotostopps) den „D“-Arm runter, die Treppe hoch, den Verbindungstrakt zum „B“-Arm lang, Treppe wieder runter zum „B“-Arm zum Gate 12a.

Hoch und unzweckmäßig

Zwischendurch ein hastiger Blick auf die Architektur, die eher hoch als ausgeklügelt ist. Die Touristen finden u. a.ein anatolisches Restaurant und dann keine Worte, wenn im Duty Free-Bereich ein Händler 200g Haselnüsse für 10€ anbietet.

Man beachte die Sitze, unten. Dann kann man abschätzen, wie hoch die Gebäude im Flughafen Istanbul sind.

Die Sitze geben eine Ahnung, wie hoch die Gebäude im Flughafen Istanbul sind.

Es gibt die bekannten Laufbänder. Die sind allerdings für den zeitlich knappen Transfer ungeeignet. Sie bewegen sich wirklich sehr langsam und werden immer wieder von ermattet stehenden Fluggästen blockiert.

Links und rechts der Laufbänder erkennt der sehstarke Fluggast schwache grüne Markierungen. Das sind die Fahrstrecken der Transportfahrzeuge für Reisende mit Handicap.

Auch außerhalb des grünen Streifen ist der Fußgänger nicht sicher.

Auch außerhalb des grünen Streifen ist der Fußgänger nicht sicher.

Wer nicht angerüpelt werden will, muss diese Markierungen sorgfältig meiden. Allerdings halten sich die Fahrer der flinken Elektrokarren nicht immer an ihre Spuren, sondern hupen auch schon mal Fluggäste aus dem Weg, die gar nicht auf dem für Fahrzeuge reservierten Bereich gehen.

An einer Stelle der Odyssee werden die Passagiere mit Ziel „Istanbul“ ausgeschleust, die Transitpassagiere durchgewunken.

Es fehlen Wasserspender, dafür sind die Toiletten gut ausgeschildert und reichlich vorhanden, so dass der Durstige Labung aus dem Hahn zapfen kann. Englisch-kundige Bedienstete sind Mangelware. Kaum zu glauben, dass der neue Flughafen Istanbul das internationale Drehkreuz für Turkish Airlines ist. Der Fluggast lernt besser türkisch, als auf englisch-sprachige Hilfe zu hoffen.

Nein, ein großer Wurf ist der neue Flughafen von Istanbul nicht. Statt Architekten-Hirnschmalz tropft hier vor allem Fluggast-Schweiß von der Decke.

Leute: baut keine größeren Flughäfen, die Passagiere zu sportiven Sprints nötigen, sondern versteigert die vorhandenen Slots der bestehenden Flughäfen.

Dann hat sich das Problem der Billigflieger auch bald erledigt.

Hütchenspiel: Zwei Gates nur ein richtiger Flieger

Am „Gate 12a“ gibt es zwei große Schlangen. Man ahnt, dass es auch ein „Gate 12b“ gibt. Eine Reihe steht vor der Tür, die nach Zürich führt. Die andere wartet vor der Tür, hinter der das Flugzeug nach Mashhad andocken soll.

Neuer Flughafen Istanbul - Indoor-Garten

Neuer Flughafen Istanbul – Indoor-Garten

Ein Dutzend Mitarbeiter von Fluglinie und Flughafen setzen alles daran, ein möglichst großes Durcheinander der Reihen zu erzeugen. Da wird gestempelt, werden die Pässe und Bording-Karten geprüft, umdirigiert und ratlos die Schulter gezuckt. Es entsteht ein munteres und ratloses Hin- und Her.

Da ist es ganz hilfreich, dass es keine Sitzmöglichkeiten gab.

Wie ich schon sagte: architektonisch und unter dem Gesichtspunkt der Kundenfreundlichkeit muss der neue Flughafen von Istanbul gar nicht erst an den Start gehen: zwei Gates, aber keine Sitzmöglichkeit! Der Indoor-Garten rettet den schlechten Eindruck auch nicht.

Das Bemühen der Fachkräfte für Verwirrung und Desinformation ist vergebens: zuletzt steigen doch alle Passagiere in den richtigen Flieger.

Als unser Airbus abhebt, ist es bereits dunkel. Wir lernen dann die Lektion 1 für Verhalten in Iran: Die weiblichen Passagiere müssen ihre Haare mit Kopftüchern verhüllen. Von der Vorschrift, auch den Schritt mit wallendem Textil unsichtbar zu machen, erfahren wir weder im Flieger noch später in Iran nichts. Unterdessen verteilt das Kabinenpersonal das Abendessen. Wir können beim Abendessen wählen zwischen Beef und Pasta.

Die Sitze sind so schmal, dass man strategisch wählen muss: welches Mahl kann man mit einer Hand essen? Ich wähle Beef und bin zufrieden.

Istanbul nach Mashhad

Der Flug nach Mashhad ist sehr abwechslungsreich. Ich habe wieder einen Platz ziemlich weit hinten gebucht und genieße mal klare Sicht auf verschiedene große und sehr große Städte. Mal verwandeln sich die Lichter unter den Wolken in Sternnebel. Und dann sah ich sie auch selber: die Mutter aller Sternnebel: die Milchstraße.

20 Minuten lang rumpelt der Flieger, schüttelt sich und wirkt sehr unfroh in seinem Element. Ich mag das nicht und bin froh, als wir ruhig und sicher unseren Zielflughafen Mashhad erreichen.

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Anflug auf Mashhad bei Nacht Iran Wüsten Safranernte Zivilgesellschaft

Anflug auf Mashhad bei Nacht

Flughafen Mashhad

Das Flughafengebäude hat die Form eines Hangars, ein A380 würde vielleicht gerade reinpassen. Am Eingang wacht die Passkontrolle flankiert von zwei Soldaten. An meinem Visum hat der Beamte etwas zu mäkeln und berät sich mit seinem Kollegen.

Das ist immer eine etwas kribbelige Situation, besonders bei der Einreise nach Iran.

Das Terminal im Flughafen von Iran Mashhad Iran Wüsten Safranernte Zivilgesellschaft

Das Terminal im Flughafen von Iran Mashhad

In der Zwischenzeit befragt mich ein Ziviler nach meinem Beruf. Ich stellte mich als Lehrer für Deutsch im Ruhestand vor. Und werde schließlich nach einer Rücksprache mit einem Beamten im Backoffice durchgewunken.

Fotografen hängen bei Gruppenreisen immer etwas hinterher. Darum erfahre ich erst später von einem Mitreisenden der Reisegruppe, dass die Teilnehmer am Flughafen die Lektion 2 für korrektes Verhalten in Iran lernen: unser Local Guide verweigert bei der Begrüßung der Reisegruppe den weiblichen Mitgliedern den Handschlag. Das macht man so in Iran. Er wird dafür von anwesenden Iranerinnen heftig gescholten. Aber wenn der Local Guide sein Patent behalten will, muss er die Vorschriften penibel einhalten. Zur Ehrenrettung unseres iranischen Begleiters sei gesagt, dass er uns im Verlauf der Reise wie eine Mutter ohne Brust betreut und vor allem Unbill bewahrt hat.

Kontrollen und Kontrollen

Vor dem Ausgang: wieder Personen- und Gepäckkontrolle.

Oha: 2 große Kameras im Rucksack? Der Kontrolleur wird neugierig und will wissen, was ein Lehrer im Ruhestand mit zwei solchen Kameras will. Ob ich nicht doch beruflich hier sei und darum ein anders Visum benötigte? Die Handschlaufe meiner Hemdentaschenkamera lasse ich diskret im Reißverschluss verschwinden. Die Reserve-Kamera (wenn alles kaputt geht) im Koffer hatte das wache Auge des Kontrolleurs nicht entdeckt.

Ein anderer Wachmann erlöst mich: er hat bei einem anderen Passagier eine Flasche entdeckt, in der ca 2qcm helle Flüssigkeit schwappen. Wollte da jemand Alkohol schmuggeln? Es war ein skurriles Bild,wie zwei uniformierte Männer eine so gut wie leere Plastikflasche angestrengt beobachten und vorsichtig wenden und bedächtig schütteln. Wir lernen die Lektion 3 des Verhaltens in Iran: Alkohol ist sowas von böse, dass Import oder gar Genuss desselben schlimmen Strafen unterworfen ist. Unser iranischer Begleiter kleidet das in das Bonmot: wer nach Iran reist, unternimmt zwei Reisen gleichzeitig: eine persönliche mit den gebuchten Eindrücken von Land und Leuten und eine Kur für die Leber 🙂

Alkohol ist darum natürlich viel interessanter als Kameras, weil richtig bei Strafe verboten. Das Mitführen von Kameras hingegen ist auch in Iran kein Straftatbestand. Ich gratuliere mir im Stillen zu dem Entschluss, alle alkoholhaltigen Tropfen und Säfte im heimatlichen Medizinschrank gelassen zu haben.

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Anfahrt zum Hotel Teheran

Endlich sind alle Mitreisenden durch alle Kontrollen durch und steigen ermattet erstmals in den Reisebus, der uns ein paar tausend Kilometer durch Gebirge und Wüsten tragen soll. Es ist ein Bus, in Lizenz von Volvo hergestellt. Baujahr 1385.

Kalenderspiele

Baujahr 1385?!

Wir lernen die Lektion 4: In Iran gilt der Islamische Kalender. Er beginnt in dem Jahr, als der Prophet Mohammed von Mekka nach Medina zieht. Das war, wenn alles so richtig dokumentiert und überliefert ist, im Jahre 622 nach gregorianischem Kalender. Man muss sich also weder um die Haltbarkeit des Joghurts noch um die Entwicklungsstand des Busses Sorgen machen. Einfach 622 Jahre addieren: dann ist der Bus im Jahre des Herrn 2007 hergestellt worden.

Der islamische Kalender geht nach dem Mond (wäre also perfekt für die Deutsche Bahn), während sich der gregorianische Kalender nach dem Geburtsjahr des Propheten Jesus und dem Sonnenjahr richtet. Jahreszahlen nach gregorianischem Kalender werden mit dem Kürzel A.D. (anno domini; im Jahre des Herrn) kenntlich gemacht wird. Die Jahreszahlen des islamischen Kalender werden mit mit dem Kürzel d.H. oder AH versehen. Das „H“ steht für Hegirae und beschreibt die oben erwähnte Auswanderung des Propheten nach Medina.

Der Bus bietet Platz für 40 Leute. Wir sind 15. Da habe ich hinten wieder wie schon bei meiner ersten Reise nach Iran 5 Jahre zuvor meine zwei Bänke, auf denen ich zu Fotozwecken hin und her rutschen kann, ohne jemanden mit dem Gehampel zu stören.

Fotografenglück

Das Glück ist vollkommen, als meine Kamera nach einiger Zeit eine ausreichende Zahl GPS-Satelliten findet und die entsprechenden Daten in die Bilddateien schreiben kann.

Einer informativen (nicht zuletzt: Foto-)Reise steht nichts mehr entgegen.

…Kontrolle ist besser!

Links vor dem Busfahrer ist ein kleiner Kasten angebracht. Darin steckt sein Führerschein. Auf der Scheckkarten-großen Karte ist das Bild des Fahrers als Foto und digital vorhanden. Außer der Karte ist in dem Kasten eine Kamera, die auf den Fahrer ausgerichtet ist. Sie prüft per Gesichtserkennung, ob der Mensch auf dem Fahrersitz mit dem Führerscheininhaber identisch ist. Und natürlich erfasst der Kasten die Fahr- und Ruhezeiten und die jeweilige Geschwindigkeit. Haut der Fahrer über die Stränge, haut der Kasten ihn in die Pfanne, und er darf dann künftig Touristen mit der Rikscha durch das Hochland von Iran fahren.

Die Kontrolle funktioniert. Laut Google-Auswertung der GPS-Daten waren wir nie schneller als 89km/h.

Die Fahrt zum Hotel Teheran dauert keine 20 Minuten und zeigt schon mal das prächtig beleuchteten Gelände, auf dem sich der Schrein des 8. Imams Reza befindet.

Wir werden einige Gebäude auf dem Gelände (es ist ist ca. 100ha groß) morgen besichtigen.

Der Schrein des 8. Imam - Reza - nachts Iran Wüsten Safranernte Zivilgesellschaft

Der Schrein des 8. Imam – Reza – nachts 100ha Pracht

Es ist kurz nach 3:00 Uhr, als ich einen kurzen Bericht an die Lieben daheim sende und eilends eine Mütze Schlaf suche: Um 10:00 brechen wir schon schon zu unserem ersten Ausflug auf.

Tag 2 Imam Reza und Dichter

Das Hotel Teheran liegt in Gehentfernung zum Heiligtum, das wir am späten Vormittag besichtigen werden. Es ist eines von vielen, sehr vielen Hotels in der Stadt. Es überrascht mich zum Frühstück mit einem Set, das ich hier nicht erwartet hätte. Lockende Klänge und eine galant gereichte Frucht. Wenn das nicht ein guter Tag wird.

Das Set ist hier wichtiger als der Kaffee: Musik, Verlockung, offene Haare Iran-Wüste-Safran

Das Set ist hier wichtiger als der Kaffee: Musik, Verlockung, offene Haare

Schrein des 8. Imams Reza

Ich hatte vor der Reise noch nichts von Mashhad, oder wie es auch geschrieben wird: Mesched oder auch Masschad, gehört. Es liegt, wie fast alle großen Städte in Iran sehr hoch, rund 1000m über NN. Wir bewegen uns also auf Höhe des Brockens. Ich war überrascht, dass unser erstes Ziel fast soviel Einwohner und Touristen hat wie Berlin.

Alle wollen natürlich zum Schrein des 8. Imams, Reza pilgern.

Wir dürfen als Nicht-Muslime (Als „ungläubig“ würden sich wohl nicht alle aus unserer Reisegruppe bezeichnen. Ich glaube zum Beispiel an das Gute im Menschen.) den Schrein nicht sehen. Aber rund um den Schrein sind viele Gebäude, Einrichtungen, Läden und Museen entstanden. Dort gibt es auch für uns noch genug zu sehen.

Nach dem Frühstück, das mich noch nicht so ganz im Tag hat ankommen lassen, gehen wir als Gruppe geschlossen die paar Schritte zum Eingang des Schreins.

Wir müssen zwei Straßen überqueren. Bei der ersten wedelt unser Guide die unruhigen Auto- und Motorradfahrer zurück. Bei der zweiten Straße nutzen wir eine Fußgängerbrücke. Wir lernen so die 5. Lektion für das Überleben in Iran: Fußgänger sind im Straßenverkehr weiche Ziele.

Kameras und Verhüllungen

Meine Kameras lasse ich im Hotel, jedenfalls die meisten, weil das Fotografieren auf dem Gelände des Schreins streng reglementiert ist. Am Eingang müssen auch die verdeckt getragenen Westentaschenkameras abgegeben werden. Kameras in Mobilkameras dürfen hingegen mit und auch benutzt werden.

Das verstehe, wer will.

Ich habe ein antikes iPhone, mit dem ich noch nie fotografiert habe. Das kann ja was werden! Die ersten Aufnahmen zeigen einen dicken Daumen, hinter dem blauer Himmel zu sehen ist. Nicht ganz das, was ich wollte.

Bevor ich meine ersten Aufnahmen unter „Produktionsbedingungen“ mache, berücksichtige ich die Instruktionen. Fotos in Richtung Eingang sind verboten, in alle anderen Richtungen darf fotografiert werden. Hintergrund für die angespannte Genehmigungspraxis ist vielleicht ein Attentat, bei dem 1994 70 Menschen starben und über 100 verletzt wurden.

Vor dem Betreten des Geländes müssen die weiblichen Mitglieder unserer Reisegruppe sich in eine Art Laken hüllen. Die Männer sind keinen Kleidungsvorschriften unterworfen. Wenn alte Männer mit Bart Verhaltensregeln für ihre Mitmenschen festlegen, ziehen Frauen immer den Kürzeren. Das hat mit Gott nichts zu tun, sondern mit den Verklemmungen alter Männer.

Der große Platz

Wir gehen als Gruppe über den großen Platz, der vielleicht Harem genannt wird. An einer Wand stehen Karren, auf denen viele Teppiche zusammengerollt sind. Sie werden zu Gebetszeiten ausgerollt und dienen den Betenden als Unterlage. Aus großen Lautsprechern, die über das ganze Gelände verteilt sind, tönen blechern Gebete oder Predigten. Auf mehreren leinwandgroßen Monitoren erkennen wir einen Geistlichen, dessen Worte gerade übertragen werden.

Auf dem großen Platz Schrein des 8. Imam Reza in Mashhad

Auf dem großen Platz Schrein des 8. Imam Reza in Mashhad

Unser Guide erklärt, dass die Gebäude auf dem Gelände bei Erdbeben zum Teil beschädigt oder gar zerstört worden sind.

Aber in kürzester Zeit wurden sie erdbebensicher neu errichtet und die antiken Fassaden mit ihren komplizierten und komplexen Fliesenmosaiken restauriert. Schade, dass bei diesen Gelegenheiten die Audio-Anlagen nicht gleich auf den neuesten Stand gebracht wurden.

Das schnöde Geld

Der Schrein des 8. Imam Reza wird von der Organisation Astan-e Qods-e Razavi betreut. Es handelt sich um eine Stiftung, die wohl seit dem Tod des Imam Reza existiert und seitdem ein bemerkenswert glückliches Händchen für wirtschaftliche Zusammenhänge entwickelt hat. Der Ayatollah Tabassi leitet sie seit Khomenies Zeiten und kann auf glänzenden Reichtum blicken, der nicht zuletzt von erfolgreichen Wirtschaftsunternehmen erzeugt wird. Belastungen durch Steuern entfallen, weil die Stiftung steuerbefreit ist.

Vielleicht reicht es ja bald zu einer angenehmen Beschallung des Schreins.

Informationsveranstaltung

Die Fragen, wie der Reichtum der Stiftung entsteht und verwendet wird, stand naturgemäß nicht auf der Agenda der Informationsveranstaltung, die wir über ein phantastisches, verspiegeltes Treppenhaus erreichten. Es ist guter Brauch und alte Sitte, dass Besucher in muslimischen Ländern immer mit frischem Wasser empfangen werden. So auch hier.

Wir lauschten ein paar einführenden Worten und betrachteten dann ein Video.

eine Reisegruppe in der Info-Veranstaltung zum Schrein des 8. Imam Reza

eine Reisegruppe in der Info-Veranstaltung zum Schrein des 8. Imam Reza

Ich nehme die Glaubensäußerungen meiner Mitmenschen, seien es eindrucksvolle Kathedralen oder Moscheen, Kunstwerke oder Gesangstücke zur Kenntnis, respektiere sie, bin aber immer wieder traurig, wie viel Elend, Schmerz und Unterdrückung aus den Religionen erwächst.

Das muslimische Glaubensbekenntnis gefällt mir am besten. Jedenfalls die ersten vier Worte:

„Es gibt keinen Gott.“ *

Der Schrein

Uns waren Blick und Zugang zu dem Schrein verwehrt.

Die Schweizer Weltenbummlerin, Fotografin und Reporterin Annemarie Schwarzenbach hatte entweder 1939 Zugang zu dem Schrein oder hat sich die Situation vor Ort eindrücklich schildern lassen. Sie berichtet in dem Buch „Orientreisen“** auch von Mashhad und dem Schrein .

Sie verlässt Mashhad 1939 und erinnert sich an

„…. das Dunkel und die Spiegelpracht im Inneren des Heiligtums, und das Stöhnen und Weinen ausgemergelter Pilger, – Schiiten aus allen Teilen Asiens, die Jahrzehnte ihres Lebens davon geträumt haben, die Gitterstäbe es Sarkophags zu küssen, und Wüstenstrecken zurückgelegt, Strapazen erduldet haben, um heute barfuss den Marmorboden zu betreten, die vierzehn silbernen und zwei goldenen Türen sich öffnen zu sehen. Da knien sie schluchzend , da klammern sie sich mit rauen Schreien der Erschöpfung und hysterischer Luft an die Eisenstäbe, hinter denen im Dunkel der Imam ruht, zwischen modernen Teppichen, Turbanen, Votivgaben und heiligen Schriften.“ (S.80)

Auf dem Gelände des Schreins gibt es (mindestens) zwei Museen. Einmal das Zentralmuseum, in dem wir unter anderem einige der erwähnten silbernen und goldenen Türen sehen werden. Und das Teppichmuseum, bei dem mich ein Exponat fassungslos macht. Aber sehen Sie selbst die Bilderstrecken vom Zentralmuseum und dem Teppichmuseum.

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Zentralmuseum

Im Zentralmuseum finden wir vor allem Beispiele muslimischer Kunst am Bau: Türen, Fenster, große Trinkgefäße. Bewundernswert finde ich immer wieder die kalligrafischen Texte.

Beispiel für kalligrafische Kunst im Zentralmuseum

Beispiel für kalligrafische Kunst im Zentralmuseum

Sie sind aus Holz geschnitzt oder aus Blech getrieben und umlaufen als schmückendes Beiwerk prächtige Türen. Und wir sehen eine Kopie oder eine Vorgängerversion des Schreins. Er ist hinter Glas und ähnelt dem Schrein, in dem Ajatollah Khomeini in seinem Mausoleum ruht. Ein Blick in die Bilderstrecke lohnt sich.

Teppichmuseum

Das Teppichmuseum zeigt Teppiche neueren Datums. Ich erinnere mich an keinen, der älter als 200 Jahre gewesen wäre. Es sind viel „gespaltene“ Teppiche darunter. Das waren Teppiche, die Wohnräume trennten oder als Tür funktionierten. Im Gedächtnis sind mir einige Teppiche geblieben, deren Motive nach geltendem muslimischen Moralkodex als frivol gelten könnten. Entspannt musizierende und tanzende Frauen mit offenem Haar, Maria und Josef auf der Flucht nach Ägypten.

Besucherin vor Expolaten im Teppichmuseum

Besucherin vor Exponaten im Teppichmuseum

Aber ich traue meinen Augen nicht, als ich einen wirklich großen Teppich sehe, auf dem Wilhelm II in vollem Wichs steht. Europa unter seinen Stiefeln. Für England reichte die Schuhgröße oder die Phantasie nicht aus. Ihm, der 1914 einen Weltenbrand entzündet, der bis heute nicht wirklich gelöscht ist, wird im Jahre des Kriegsausbruchs schon als „Dem Sieger“ gehuldigt.

Ich würde gerne wissen, wer diesen Teppich in Auftrag gegeben hat.

Für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar.

Wir verlassen das Gelände, ich bekomme meine kleine Kamera zurück. Am Nachmittag machen wir uns dann auf den Weg zu unserem nächsten Ziel.

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Intermezzo

Eigentlich sollte jetzt der Text mit dem Bericht über Grabmäler für Dichter und Mathematiker und einer Türkis-Mine weitergehen.

Allerdings drängt sich immer wieder der Klang von Kriegstrommeln in die sanfte Melodie der Erinnerung. Die Tötung eines iranischen Generals im Irak war schon mal ein schlechtes Omen. Aus der Bahn geworfen hat mich die Ankündigung des US-Präsidenten, wichtige und bedeutende Kulturstätten Irans zerstören zu wollen. Tür auf! für Kriegsverbrechen? Die Gefühlsmischung von Wut und Trauer drängt die Reise zu Wüsten und Safranernte in den Hintergrund.

Kutschfahrt auf dem Meidan in Isfahan. Im Hintergrund die Lotfalla Moschee Kutschen auf dem Meidan in Isfahan (Imanplatz, ميدان نقش جهان)

Kutschfahrt auf dem Meidan (Imanplatz, ميدان نقش جهان) in Isfahan. Im Hintergrund die Lotfalla Moschee

Statt dessen habe ich einen kurzen Bericht mit Bildern und Videos von bedeutenden Meisterwerken islamischer Architektur und Weltkulturerbe-Stätten in Isfahan verfasst. Er hat den Titel: Besucht Iran, solange es das Land noch gibt!

Während des Intermezzos drohen aktuell viele spannende und beunruhigende Ereignisse die Eindrücke unserer Reise zu verdrängen.

Die Fotos,, die ich auf unserer ersten Fahrt durch die Wüste aus dem Bus geschossen habe, zogen die Eindrücke aber Stück um Stück wieder hervor. Ich habe mir die Serie auf einem dieser Monster-Fernseher angesehen und saß staunend davor: karge Sandflächen, ausgetrocknete Seen und Flussläufe, Berge und Hügel mit einer unvergesslichen Farbenpracht und Formenvielfalt und Landwirtschaft inmitten von Ödland und drohender Bergwelten. Traumhaft. Da war der Mehltau wie weggewischt. Und der genötigte Verzicht auf die Teilhabe am sozialen Leben während der Corana-Krise tat ein übriges.

Ich habe nicht zuverlässig herausgefunden, wie die Wüste jeweils hieß. Und auch die Zuordnung der Straßennummern stimmt wohl nicht immer.

Aber ich greife vor. Nicht minder spannend war der weitere Verlauf des Tages, nachdem wir das Gelände mit dem Schrein des Reza verlassen haben.


2. Tag 2. Teil Dichter und Priester

Der zweite Teil des heutigen Besuchsprogramms steht ganz im Zeichen von Dichtern und Priestern, deren Grabmäler und Mausoleen wir besuchen. Die Busfahrt, zu der wir gegen Mittag starten, ist eine der kürzesten auf unserer Reise. Sie dauert mit Aufenthalten und Pausen 4 Stunden und führt über 75km zurück zum Hotel Teheran in Mashhad.

Über die Wertschätzung von Dichter

Deutschland gilt vielen und auch in der Selbstschau als Land der Dichter und Denker. Aber fällt Ihnen auf die Schnelle ein, dass es hier prachtvolle Mausoleen und kontemplative Parks zu Ehren zum Beispiel von unserem Nationaldichter Goethe gäbe? Mir fällt spontan nur das kümmerliche Denkmal in Weimar ein, das ihn zusammen mit seinem Dichterkollegen Schiller an einen halbhohen und leblosen Baumstamm gelehnt zeigt. Im vorzeigbaren Fürstengrab in Weimar ist Goethes Sarg nur Untermieter und der von Schiller gar leer. Ob sich hierzulande in 1000 Jahren noch jemand an einen Dichter namens Goethe erinnert und ihm gar ein eindrucksvolles Grabmal beschert?

Wie anders geht Iran, geht Persien mit seinen Dichtern um, wenn es um deren Beisetzung und Gedenken geht. Hafis ist auch hierzulande vielen ein Begriff, vielleicht, weil dessen Werk Goethe zu seinem West-Östlichen Divan, seiner umfangreichsten Gedichtsammlung,inspiriert hat. Im heutigen Iran ist Hafis unangefochten der bekannteste und am häufigsten zitierte Dichter. In den Krafthäusern tragen die Taktgeber neben Suren aus dem Koran auch immer wieder Texte aus dem Werk von Hafis vor.

Und dabei ist Hafis schon rund 700 Jahre tot.

Mehr als 1000 Jahre ruht der Dichter Ferdowsi (auch Firdausī) unter der Erde. Sein Grab in Tus wurde in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu einem prächtigen Mausoleum erweitert. Mit viel Marmor und in symbolbeladener Adaption der Grabes von Kyrus dem Großen entstand der Bau, in dessen Mitte tatsächlich die sterblichen Überreste von Ferdowsi liegen.

Das Grabmal für Kyrus den Großen in Pasargadae

Das Grabmal für Kyrus den Großen in Pasargadae

Der Prachtbau spiegelt sich einschmeichelnd in dem großen Wasserbecken, in dem kleine Fontänen fast geräuschlos sprudeln. Grabmal und Wasserspiele befinden sich in einem großen und gepflegten Park. Eine Statue des Dichters selber wurde 1934 aus Spendengeldern finanziert.

Iran Mashhad Ferdowsi Grabmal

Iran Mashhad Ferdowsi Grabmal

Grabmal des Ferdowsi

Was ist so besonders am Werk von Ferdowsi, das übrigens zu dessen Lebzeiten unbeachtet blieb?

Das Hauptwerk heißt in deutscher Übersetzung „Buch der Könige“ und beschreibt die Geschichte Persiens von der Erschaffung der Welt bis zum Beginn der muslimischen Eroberung. Das ist natürlich ein langer Zeitraum. Entsprechend umfangreich ist das Werk: rund 60.000 Verse hat Ferdowsi zu Papier gebracht – Niemand hat in einem einzigen Werk mehr Verse aufgeschrieben. Zum Vergleich: Goethe hat die Menschheitsgeschichte („Das ewig Weibliche hebt uns hinan“) in Faust II mit nur knapp 12.000 Versen abgearbeitet.

Zu Lebzeiten war Ferdowsi kommerziell nicht erfolgreich. Entsprechend sparsam fiel seinerzeit die Grabgestaltung aus.

Bedeutung des Werkes

Interessant ist die Tatsache, dass sein Werk die Jahrhunderte mehr oder weniger unbeachtet überdauert hat und erst mit der Gründung eines iranischen Nationalstaates zur Nationaldichtung erhoben wurde. Ich kenne nicht viele Werke, die 1000 Jahre auch nur physisch überdauern, ohne dass die Kulturbanausen in den Klöstern das Material für ihre belanglose religiöse Ergüsse ausradiert hätten oder Kriege und Diebe das Werk vernichten. Und dass solch versunkene Werke dann auch noch im Bewusstsein einer Nation bedeutungsvoll weiterleben, ist für europäische Verhältnisse sehr ungewöhnlich.

Iran Mashhad Ferdowsi Grabmal Herr Ferdowsi höchstselbst

Iran Mashhad Ferdowsi Grabmal Herr Ferdowsi höchstselbst

Schah Reza Khan, Vater des unseligen Mohammad Reza Pahlavi, nutzte das „Buch der Könige“ für das kulturelle Fundament des von ihm gegründeten iranischen Nationalstaats. Die Universität in Mashhad ist nach Ferdowsi benannt. Schon erstaunlich, dass die strengen religiösen Aufpasser den Autoren vor-islamischer Geschichte solchermaßen ehren.

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Iran Mashhad Ferdowsi Grabmal

Iran Mashhad Ferdowsi Grabmal

Das Mausoleum von Schah Reza Khan wurde nach der islamischen Revolution hingegen gesprengt und dem Erdboden gleich gemacht. Damit die Anzahl der Mausoleen gleich blieb, wurde eigens und gegen Willen der Verstorbenen eines für den Ajatollah Khomeini errichtet.

Mal sehen, wie lange das hält.

Quadratisch, praktisch, gut

Das Äußere des Mausoleums wirkt wuchtig und schwermütig. Das Innere erreicht der Besucher über 12 Stufen, die vom Eingang nach unten führen. Der Raum ist, wie das ganze Mausoleum quadratisch. In der Mitte befindet sich die Grabplatte, an den Wänden sind Schaukästen mit Szenen aus dem Buch der Könige. Die lichte Höhe von 16m lässt das Innere trotz des schwerfälligen Äußeren noch leicht und luftig erscheinen. Selbstverständlich hängen über dem Grab zwei große Nationalfahnen des Iran. Außer unserer Reisegruppe besuchen ungefähr 2 Dutzend Iraner die Grabstätte.

Dem Mausoleum gegenüber befindet sich das Ferdowsi-Museum. Wir besuchen es nicht, ich hätte auch Hemmungen dieses Haus mit seiner abweisenden Westwall-Architektur zu betreten. Es ist wirklich hässlich von Houshang Seyhoun entworfen und 1968 eröffnet worden. Auf 600m² zeigt es zeitgenössische Kunst, die mich allerdings interessiert hätte.

Unsere Reisegruppe sammelt sich im Schatten von Bäumen. Der Guide zitiert Texte aus dem Buch der Könige, und nach einer dreiviertel Stunde besteigen wir wieder unseren Bus.

Wir bleiben in der Nähe von Mashhad und fahren von Tus nach Mashhad zurück. Unser Ziel ist das Mausoleum von Khajeh Rabie und der umgebene Friedhof.

Khajeh Rabie

Das Mausoleum für Khaje Rabie ist, anders als unser letzter Aufenthalt, ein klerikaler Ort. Entsprechend prächtig sind Architektur und Ausschmückung. Die obligate Kuppel ruht auf einem achteckigen Sockel.

Mashhad Grabmal Khajeh Rabie

Mashhad Grabmal Khajeh Rabie

Rabie ibn Haitham al-Asadi as-Thawri, wie Khajeh Rabie auch heißt, gehörte zu den frühen Muslimen, die den Gefährten des Heiligen Propheten (SAW) folgten. Und er war unter den acht Personen in der frühen Geschichte des Islam, die für Abstinenz und Tugendhaftigkeit bekannt sind. Als Einwohner von Kufah war er auch als Kufi bekannt. Er war ein enger Begleiter von Imam Ali (AS [Der Segen Allahs sei mit Muhammet und der Familie]) und ein Freund von Ibn Masood, dem Begleiter des Heiligen Propheten des Islam (SAW [salla Ahu aleihi wa salam – Friede sei mit ihm]).

Auch für Christen war Khajeh Rabie von Bedeutung. Er schloss mit Mönchen in einem Kloster einen Vertrag, der allen Christen Sicherheit und Unversehrtheit im muslimischen Machtbereich zusicherte. Hier finden Sie den Vertragstext.

Diesen Text und die folgenden Hinweise, habe ich im Internet gefunden.

Der Friedhof von Khajeh Rabie

Wir erreichen das Mausoleum über einen großen Platz, vielleicht 150m im Quadrat, der vom Arkaden umgeben ist. Er ist vollständig Steinplatten ausgelegt, die an Grabplatten in christlichen Kirchen erinnern. Und es sind tatsächlich Grabplatten. Der ganze Platz ist ein riesigen Friedhof.

Mashhad Grabmal Khajeh Rabie Grabplatten

Mashhad Grabmal Khajeh Rabie Grabplatten

Meine Vermutung, es handele sich um Kriegsgräber der besseren Kategorie, bestätigt sich bei beim Nachlesen nicht einhellig. Augenscheinlich musste nur genug Geld (wohin auch immer) fließen, damit der Verstorbene hier seine letzte Ruhestätte fand. Die Platten sind gleich groß und tragen neben dem Namen des Verstorbenen die Lebensdaten, manchmal schmückendes Beiwerk wie stilisierte Bücher oder Basreliefe von Moscheen oder Koran-Suren.

Die Grablegung soll den Verstorbenen nach Mekka ausrichten. Wie das bei der orthogonalen Verlegung der Platten erfüllt wird, ist mir nicht klar. Im übrigen genießen verstorbene Muslime wie die Juden ein ewiges Ruherecht.

Mashhad Grabmal Khajeh Rabie Die schwarzen Flaggen wehen nur im Trauermonat.

Mashhad Grabmal Khajeh Rabie Die schwarzen Flaggen wehen nur im Trauermonat.

Das Khajeh Rabie Mausoleums

Schon aus größerer Entfernung springt die große türkis-farbene Kuppel ins Auge. Ihre Proportionen passen nicht so recht zum Sockel. Der Sockel ist im wesentlichen quadratisch, die Ecken sind abgeschrägt, so dass ein Achteck entsteht. Gebaut wurde das Mausoleum zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Ob im Schrein tatsächlich der Leichnam des Namensgebers liegt, kann bezweifelt werden. Khajeh Rabie starb 682. Zwischen dem Sterbejahr und dem Baubeginn lagen rund 935 Jahre. In so langer Zeit sind schon ganz andere Leichen umgebettet worden oder verschwunden.

Mashhad Grabmal Khajeh Rabie

Mashhad Grabmal Khajeh Rabie

Der Architekt hat später auch das Taj Mahal errichtet. Es gibt die Einschätzung, dass das Mausoleum für Khajeh Rabie die Vorlage für das Taj Mahal geliefert hat. Wer das auch dort erkennbare Missverhältnis von Kuppel zu Sockel betrachtet, kann diesen Gedanken nur unterstützen.

Muster und Schrein

Das Mausoleum ist tagsüber für jedermann zugänglich, eine Reihe von Buslinien machen es auch für Besucher ohne eigenes Fahrzeug erreichbar.

Der optische Eindruck wird von prächtigen Fliesen geprägt, die aufwendige geometrische Formen bilden. Im Inneren herrsche eine weihevolle Ruhe der Andacht. Der Schrein steht im Mittelpunkt und ist mild beleuchtet. Der Blick wird von den gewundenen Säulen gefangen genommen. Im Streiflicht der Fenster treten die Strukturen der Fliesen sehr deutlich fast wie Reliefs hervor.

Die bestechende Harmonie erfährt eine enttäuschende Einschränkung beim Blick auf die Heizelemente: wie ein Möwenschiss auf dem Smoking prangen sie in nacktem Weiß auf den großartigen Fliesenmosaiken.

Wie üblich formen die Fliesen nicht nur verwirrende und komplexe geometrische Muster, sondern auch sehenswerte Kalligrafien. Unkundige Besucher können das nur „schön“ finden. Kalligrafien für sich sind schon schwer zu lesen. Wenn das ganze noch in Farsi geschieht, bleiben die Inhalte im Dunkel.

Besucherin auf dem Friedhof Khajeh Rabie

Besucherin auf dem Friedhof Khajeh Rabie

Wir drängen nach dem Besuch wieder ins Helle des zu Ende gehenden Tages. An einer Tafel, die ein Loblied auf die Verhüllung des auch schon kindlichen Körpers singt, gehen wir zum Bus zurück.

Nach dem Abendbrot mache ich mir ein paar Notizen, die den heutigen Tag zusammenfassen. Obgleich wir uns im Wortsinn körperlich nicht besonders anstrengen mussten, genieße ich eine entspannte Dusche. Nach einem kurzen Gruß an die Lieben daheim empfehle ich mich der Nachtruhe.

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3. Tag
Von geistiger und körperlicher Arbeit

Alfred Sohn-Rethel hätte seine helle Freude an unserem heutigen Programm. Wir besuchen Stätten der geistigen und körperlichen Arbeit.

Vor dem Frühstück klappe ich noch flink meinen Koffer zu: Auspacken lohnt sich bei den kurzen Aufenthalten ja nicht. Das Frühstück entspricht dem iranischen Standard und gibt eine nahrhafte und leichte Basis für unsere heutige Reise.

Der Tag empfängt uns mürrisch mit Nieselregen.

Iran Mashad Es regenet bei unserer Abreise in Richtung Neyshapour

Iran Mashad Es regenet bei unserer Abreise in Richtung Neyshapour

Der Bus wartet vor dem Hotel, die Koffer verschwinden hinter den Klappen, und wir nehmen wieder unsere Plätze ein. Die Fahrt nach Nischapur kann beginnen. Sie führt über 235km. Bis zur Ankunft in unserem nächsten Hotel werden 9 ½ Stunden vergehen. Der höchste Punkt unserer heutigen Reise wird bei rund 1.600m liegen. Das bedeutet 600m „Aufstieg“ und 400m „Abstieg“. Nischapur liegt rund 1.200m hoch.

Türkis-Mine Nischapur

In der Gegend von Nischapur gibt es viele Türkis-Bergwerke. Die Gegend gild als Quelle der besten Türkise weltweit. Der Weg dorthin ist begleitet von farbenfroher Vegetation, die sich vor Abraumahlden und Berghängen behauptet.

Iran Auf dem Weg zur Türkis-Mine

Iran Auf dem Weg zur Türkis-Mine

Wir werden ein Bergwerk besichtigen, das genossenschaftlich betrieben wird. Die Beschäftigten sind zugleich Anteilseigner und direkt am Ergebnis der Mine beteiligt. Es arbeiten ca. Menschen in Verwaltung, Vertreib und im Berg. Die Zufahrt zur Mine ist für unseren großen Bus zu klein. Wir steigen in einen kleineren Bus um.

Türkis

Türkis ist ein seltenes Mineral, das in vielen Gegenden der Welt seit Jahrtausenden bekannt ist und geschätzt wird. In Europa lernten es die Menschen erst mit den Kreuzzügen kennen, als die Kreuzritter die blauen und grünen Steine als Beute nach Hause brachten. Wie es zu den verschiedenen Färbungen kommt, wird hier ausführlich erläutert.

Die alten Griechen hatten dem stein zwar schon einen Namen gegeben, der aber wohl zu Zeiten der Kreuzzüge verloren gegangen war. Statt dessen benannte man das hübsche und empfindliche Mineral nach seiner vermeintlichen Herkunft: der Türkei.

Empfindlich ist ein wichtiger Hinweis: Türkis ist wasserhaltig und reagiert sensibel auf Schweiß, Parfum, Hitze und Licht. Dafür hat er den Vorteil, dass er schon in geringer Tiefe mit bescheidenem technischen Aufwand zu gewinnen ist.

Besichtigung Türkis-Bergwerk Nischapur

Unser Kleinbus müht sich eine windungsreiche Steigung zum Eingang des Bergwerkes empor. Die Gegend ist kark, aber hier und da erkennt man Plantagen.

Am Eingang erhalten alle Teilnehmer einen Helm. Und dann folgen wir unserem Minen-Guide ins Bergwerk. Der Weg ist anfangs so breit, dass links von uns Platz für den Entwässerungsgraben ist. Wir teilen uns den Weg mit den Schienen der Abraumbahn.

Türkismine Neyshabur Besuchergruppe

Türkismine Neyshabur Besuchergruppe

Schon bald erweist sich unser Helm als segensreich. Ich habe schon einige Besichtigungen mitgemacht, bei denen mir ein Helm aufgesetzt wurde. Heute ist das erste mal, dass er mich wirklich vor Verletzungen bewahrt. Die Gang wird niedriger und ein ums andere Mal ramme ich gegen einen Felsvorsprung oder Stein. Ohne meine Blechkappe wär ich wohl schon nach 100m ein Fall für den Chirurgen gewesen.

So aber sehe ich rechts eine Art Tresortür, hinter der vielleicht die Ausbeute der Mine bis zum Verkauf verwahrt wird. Die Temperatur ist wegen der geringen Tiefe des Stollens nicht viel anders als draußen.

Wir drängen uns an Loren vorbei und lauschen dem Guide. Er zeigt uns, wie Türkise im Berg aussehen. Es sind dünne Adern. Der erfahrene Hauer erkennt schon an ihnen die Qualität des Türkis.

Türkismine Neyshabur Türkis-Ader

Türkismine Neyshabur Türkis-Ader

Hammer und Meißel

Die Minen-Arbeiter bauen den Türkis mit Spitzhacke, Hammer und Schaufel ab. Gelegentlich wird gesprengt. Aber im Vergleich zu Sprengungen in Steinbrüchen und Kohlebergwerken sind es nur ganz kleine, vorsichtige Sprengungen.

Wir besuchen ein Gruppe von Bergmännern, die in einer Höhle die Adern herauspicken. Noch vor Ort, der von einer abenteuerlich verlegten Glühlampe ausgeleuchtet wird, findet eine erste Bewertung der Ausbeute statt. Die Besucher bilden einen Halbkreis, aus dem heraus die Bergmänner und ihr Arbeitsplatz ausgiebig fotografiert werden. Es ist (auch) ein Schau-Bergwerk, so dass die Hauer unbefangen und professionell die Situation überstehen.

Türkismine Neyshabur Arbeiter der Mine erklären Besuchern ihren Arbeitsplatz.

Türkismine Neyshabur Arbeiter der Mine erklären Besuchern ihren Arbeitsplatz.

Wir kommen auch zum Einstieg zur Produktionsebene. Er ist grell beleuchtet und stellt sich als ein Mittelding zwischen Treppe und freiem Fall dar.

Mir scheint, dass die Arbeitsbedingungen in den unteren Ebenen belastender sind als das, was wir in der Vorzeige-Höhle gesehen haben.

Wir stromern noch ein bisschen frei in den Gängen und Stollen herum und sammeln uns nach etwas mehr als einer Stunde wieder vor dem Eingang.

Dort geben wir die segensreichen Helme ab und fahren mit dem Bus zum Werksverkauf.

Ich erstehe einige Türkise, zwei davon mit ähnlicher Farbe und Größe, aus denen zu Hause vielleicht Ohrringe werden. Zwei etwas größere könnten Broschen oder Kettenanhänger werden.

Türkismine Neyshabur Besucher fotografieren einen Türkis Zivilgesellschaft

Türkismine Neyshabur Besucher fotografieren einen Türkis

Ob aus dem Plan einmal Schmuckstücke werden? Man weiß es nicht. Noch harren die Türkise in ihren Schachteln der Dinge, die da kommen.

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Das Grabmal für Omar Kayyam

Das Programm stellt uns Omar Kayyam (auch Chayyām) als Dichter vor. Das ist eine sträfliche Untertreibung. Ja, er hat zotige, trunkene, lustige und religionskritische Vierzeiler verfasst. Von denen sind viele überliefert und Gegenstand von heutigen Lesungen.

Omar Kayyam starb 1131. Geboren wurde er um 1048. Das ist der Zeitraum, in dem Wilhelm der Eroberer die Britischen Insel besetzte und die Päpste für ihre Krönungsdienste einen Kreuzzug für die Rück-Eroberung Jerusalems und viele tote Muslime forderten; nur mal so zur zeitlichen Einordnung

Und die Gedichte stellen in seinem Werk eher eine Randerscheinung dar. Omar Kayyam war so etwas wie ein kleiner antiker Leibnitz, ein Universalgelehrter. Er forschte und lehrte Philosophie, Mathematik, Physik, Astronomie und – ja: er schrieb Vierzeiler oder besser: Aphorismen.

Der Universalgelehrte

Das Integralzeichen sichert Leibnitz ein ewiges Andenken der Mathematiker. Solcher Ruhm blieb Kayyam verwehrt. Dabei hat er schon 600 Jahre vor Leibnitz so Kleinigkeiten wie Gleichungen dritten Grades gelöst und auch vor irrationalen Zahlen keine Scheu gehabt. Solche Übungen hat uns der Mathe-Lehrer mal vorgeführt, aber dankenswerter weise darauf verzichtet, uns mit einer entsprechenden Aufgabe die Abi-Note zu versauen.

Nischapur Grabmal Khayyam

Nischapur Grabmal Khayyam

Sein Kalender, den er im Auftrag von Malik Schah I schuf, war genauer als der 500 Jahre später eingeführte Gregorianische Kalender.

Für seine astronomischen Studien baute er ein Observatorium. Wir sind später an einem zeitgenössischem Nachklang vorbeigefahren, als der Bus das Planetarium von Nischapur passierte.

Und wie wir schon am Vortag erleben konnten, bewahren die Iraner die Werke ihrer Geistesgrößen und errichten den Denkern Monumente für die Ewigkeiten. (Der Vollständigkeit sei hier erwähnt, dass es in Hannover einen Tempel gibt, der Leibnitz gewidmet ist.)

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Das Grabmal

Das Grabmal befindet sich in einem gepflegten Park. Viele Bäume, die auf einer Tafel am Eingang aufgelistet sind, spenden Schatten. Nach allem, was ich über die Anlage in Erfahrung bringen konnte, ist Omar Kayyam tatsächlich unter dem Grabmal bestattet. Der Leichnam hat in den 1000 Jahren nach seiner Bestattung wenig Ruhe gefunden: er hat Erdbeben, Überfälle, Plünderungen und manch andere Fährnisse überstanden, bis er schlussendlich unter diesem etwas rätselhaften Monument zur hoffentlich letzten Ruhe gebettet wurde.

Das Grabmal ist aus weißem Marmor und hat die Form eines umgestülpten Kelches. Die Wände sind vielfältig durchbrochen und schreiben mit der sonstigen Konstruktion eine spannende Formensprache. Allerdings formuliert die Betrachtung des Monuments aus der Bodenperspektive nur die architektonische Frage. Die Antwort auf die verästelten Linien und verschachtelten Flächen ist nur aus der Draufsicht zu finden. Schade, dass ich meine Drohne nicht dabei hatte 😉 Das Bild hat mir irantours24.com zur Verfügung gestellt.

Nischapur Grabmal Khayyam (Dank an Maryam@irantours24.com)

Nischapur Grabmal Khayyam (Dank an Maryam@irantours24.com)

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Vierzeiler

Zwei Vierzeiler aus der Feder von Omar Kayyam will ich hier zum Vortrag bringen:

Man sagt, das Paradies mit Jungfrau’n sei entzückend,

 

Ich find’ allein den Rebensaft berückend!

 

Nimm diesen Cent und den versproch’nen Schatz lass fahren,

 

Denn Krieges Trommelklang ist nur von fern beglückend.

Glaubensfeste Selbstmord-Attentäter mögen diesen Text als entmutigend betrachten.

Und noch ein Vierzeiler aus der Sammlung „Trinken hilft“

Viel will ich vom Weine trinken, dass des Weines Duft

 

Aus der Gruft heraus mag dringen, wenn ich liege in der Gruft.

 

Dort, wo ich zu Staube werde, kommt einst ein Berauschter her,

 

Der trunken und zerrüttet wird von meines Weines Duft.

Weitere 336 Vierzeiler von Omar Kayyam finden Sie in dem Projekt Gutenberg.

Ein Mausoleum für zwei

Wir ergehen uns noch eine Weile im Park, bevor wir wieder in den Bus steigen. Der Busfahrer erwartet uns im Halteverbot, wir sind aber alle pünktlich zurück, so dass kein Knöllchen droht.

In dem Park gibt es noch ein weiteres Grabmal, ein richtigen Mausoleum mit Schrein und allem drum und dran. Es entstand im 16. Jahrhundert und beherbergt die sterblichen Überreste zweier Imamzade, das sind Nachkommen von schiitischen Imamen. In diesem Mausoleum ruht Muhammad Mahruq. Er lebte im 13. Jahrhundert. Ferner beherbergt das Mausoleum den Schein des Imamzadeh Ibrahim.

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Iran Nischapur Mausoleum für zwei Imamzade

Iran Nischapur Mausoleum für zwei Imamzade