Internationales Maritimes Museum

Internationales Maritimes Museum

Am Anfang des Internationalen Maritimen Museums Hamburg stand ein Speicher, der Kaispeicher B. Er hatte den Zweiten Weltkrieg und den Abrisswahn der Hamburger Stadtentwicklung überstanden – und stand leer in der zukünftigen Hafencity. Dann betrat Peter Tamm auf, der dem Axel Springer Verlag vorstand, die Bühne Das ist der gleiche Verlag, in dem mit BILD und Abendblatt Zeitungen erschienen, ohne deren publizistische Unterstützung ein junger Mann namens Ole von Beust niemals Erster Bürgermeister von Hamburg geworden wäre.

Nun war es Zeit für ein Dankeschön.

Maritimes Museum Redundanz stat Vielfalt

Maritimes Museum Redundanz statt Vielfalt

Peter Tamm sammelte, wie manch anderer Journalist in Hamburg, Seestücke, Militaria und Schiffsmodelle. Wann immer ihn jemand besuchte, hatte er ein Schiffsmodell zur Begrüßung in der Hand.

Da kam was zusammen, mehr als in die Garage passte.

Peter Tamm fand, dass der heruntergekommene Kaispeicher B genau der richtige Ort sei, seine Sammlung aufzunehmen, um dann hübsch renoviert in die gerade geplante Hafencity integriert zu werden.

Maritimes Museum Die Verschlüsselungsmaschine Enigma

Maritimes Museum Die Verschlüsselungsmaschine Enigma

Ole von Beust ließ sich nicht lumpen, die Fraktionen in der Bürgerschaft nickten die Idee ab. Und so wurde der Kaispeicher B auf Kosten des Steuerzahlers aufwendig renoviert. Peter Tamm schleppte seine Sammlung in das Gebäude, für dessen Unterhalt gleichfalls der Steuerzahler aufkommt. Als Gegenleistung stellt Peter Tamm dort seine Sammlung aus.

Maritimes Museum der Hingucker im Treppenhaus

Maritimes Museum der Hingucker im Treppenhaus

Auch montags offen – sommers

Ob es an geringen Besucherzahlen liegt oder ob sich das Internationale Maritime Museum dem „I“ verpflichtet fühlte: jedenfalls ist die Sammlung im Sommer (bis August) auch montags geöffnet. Damit ist das IMMH neben dem Bucerius Kunstforum die einzige Ausstellung, die von der Unsitte abgeht, am Montag zu schließen. Besucher kommen jeden Tag in Hamburg an, aber Museen und Ausstellungen sind montags geschlossen. Ich hoffe, dass das Internationale Maritime Museum hier eine Vorreiterrolle hat und andere Museen folgen.

Maritimes Museum Schiffsmodelle in allen Größen und aus vielen Materialien Internationales Maritimes Museum

Maritimes Museum Schiffsmodelle in allen Größen und aus vielen Materialien

Insgesamt gibt es in dem Museum 10 Etagen. Der Besucher findet viel Militaria, Schiffsmodelle aus Gewürznelken, Elfenbein, Bernstein, Silber, Gold. Spannend fand ich die Enigma, die Verschlüsselungsmaschine von Wehrmacht und Kriegsmarine.

Der optische Hit ist aber das riesige Modell im Treppenhaus, das vor einem wandfüllenden Seestück hängt. Schade, dass die Besucher nicht fotografieren dürfen. Das Seestück im Hintergrund ist übrigens eine Ausschnittvergrößerung eines Gemäldes aus der Ausstellung. Vielleicht finden Sie ja heraus, welches es ist.

Aber vielleicht wird das IMMH ja auch hier Vorreiter und gibt die Linse frei.