Hippodrom in Istanbul

Das Hippodrom und Kaiser Konstantin I verlegte 330 seinen Regierungssitz von Rom nach Byzantion. Dabei benannte er die Stadt nicht nur in „die Stadt Konstantins“ (Konstantinopel) um, sondern begann sie auch architektonisch aufzuhübschen, damit sie eines Kaisersitzes würdig sei,

Dazu zählte auch ein Hippodrom, das dem römischen Vorbild des Circus Maximus folgt. Hier wetteiferten nicht nur Reiter um den Sieg, sondern auch die Lenker von Streitwagen. In Anlehnung an die soziale Funktion des Circus Maximum war hier auch der Ort, an dem der Herrscher seine Weisungen verkündete. Das Hippodrom befand sich in unmittelbarer Nähe seines Palastes.

Hippodrom Griechisch oder römisch?

Im Hippodrom (Griechisch: Pferderennbahn) in Konstantinopel gab es eine Längsachse, auf der Statuen und Denkmäler standen. Damit folge die Anlage den römischen Tradition des Circus. Pferderennbahnen in Griechenland hatten keinen „Mittelstreifen“. Anfang und Ende waren durch Pfosten markiert, um die die Wagenlenker ihre Gefährten herumsteuern mussten. Der Rest des griechischen Hippodroms war schmucklos. Archäologische Befunden sind rar bis nicht vorhanden. Außer einigen literarischen Hinweisen gibt es keine Beschreibungen.

Hippodrom mit den Minaretten der Blauen Moschee

Hippodrom mit den Minaretten der Blauen Moschee

Die Statuen auf dem Mittelstreifen (Spina) des Hippodroms in Konstantinopel sind über die Zeit gestohlen worden oder sind anderweitig verschollen. Aber drei Monumente haben die Zeiten mehr oder weniger überdauert. Bei zweien, dem Obelisken und der Schlangensäule, handelt es sich um Raubkunst, die zum Teil selbst wieder geplündert wurden. Wenn Sie mal in Venedig sind können sie die Quadriga in Kopie auf dem Markus-Dom und im Original im dortigen Museum betrachten.

Das Hippodrom wurde nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen nicht mehr genutzt und verfiel. Heute ist es weiter Platz namens Sultan-Ahmed-Platz. Er verbindet im wesentlichen die Hagia Sophia und die Blaue Moschee.

Monumente auf dem Hippodrom

Der gemauerte Obelisk am Ende des Hippodroms ist das älteste Monument auf dem Platz. Ursprünglich waren die Steine mit Gold verkleidet. Die Kreuzritter haben nur die Steine stehen lassen. Das Hippodrom wird dominiert durch den Obelisken, den Theodosius I Ende des 4. Jahrhunderts aus Ägypten gestohlen hat.

Auf dem Sockel des Thutmosis Obelisken wird das Aufstellen des Obelisken dargestellt.

Wem der Obelisk ursprünglich gehört hat, verrät die Hieroglyphe mit dem Thronnamen Thutmosis III. Der Obelisk ist somit bummelige 3.500 Jahre alt. Ursprünglich war der Obelisk doppelt so lang. Beim Aufrichten brach das Raubgut allerdings auseinander.

Inschriften und Reliefs auf dem Sockel des Obelisken zeigen Einzelheiten zum höfischen Leben am Hofe von Theodosius I und dem Aufrichten des Obelisken.

Hier der lateinische Text mit einer kenntnisarmen Übersetzung. Wenn man die Profi-Übersetzung kennt, versteht man, was gemeint ist. Als interessierter Laie mit lateinischischen Rudimentärkenntnissen erschließt sich nicht, dass Thedosius vor dem Aufrichten des Obelisken noch einen widerspenstigen König besiegen musste.

Aber lesen und versuchen Sie es selbst:

 DIFFICILIS schwierig
 QVONDAM einstmals
 DOMINI des herren
 SPAR(g)ERE streuen
 SERENS IUS heiter
 SVSET EXTINCTIS ausgelöscht
 PALMAM Siegerpreis
 PORTARE wegtragen
 TYRANINIS Tyrannis Alleinherrschaft
 OMNIA ganz
 THEDOSIIo Theodosius
 CEDVNT nachgeben, weichen
 SVBOLI (Nachwuchs, Zweig (Dat)
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 PERENNITER das ganze Jahr hindurch, dauernd (adv)
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Bemerkenswert ist ein Monument jüngeren Datums: der Deutsche Brunnen (Alman Çeşmesi) oder Kaiser Wilhelm Brunnen. Er wurde im Jahre 1901 in Erinnerung an einen Besuch von Wilhelm II errichtet. Weiter Informationen finden Sie in der Bilderstrecke vom Hippodrom.

Das Hippodrom in Istanburl ist heute ein großer leerer Platz

Das Hippodrom in Istanbul ist heute ein großer leerer Platz