Freitagsmoschee: Kuppeln und Säulen und Gewölbe

Freitagsmoschee in Isfahan

In der Freitagsmoschee in Isfahan (Masjed-e Jomeh) gibt es eine Reihe von kleineren Moscheen. An der nördlichen Seite einer Iwane oder Vorterrassen liegt eine kleine Moschee namens al-Dschaitu-Moschee. Der Namensgeber dieser Moschee war ein Herrscher der Ilchane, die von 1256-1353 n.Chr. in Iran regierten.

In diesem Bericht geht es vor allem um den ältesten Teil der Freitagsmoschee mit ihren Säulen und Kuppeln. Und es geht um Bilder. Sie werden lange suchen müssen, bis Sie wieder eine so große und sorgfältig zusammengestellte Bilderstrecke über die Freitagsmoschee in Isfahan finden. Lesen Sie auch den Artikel: Juden in Iran!

Gebetsnische Mirab

Das Bild zeigt den auf das Jahr 1310 zu datierenden Mihrab Oljaitus, der mit seiner kunstvollen Stuckverzierung und der reichen Schriftornamentik zu den schönsten Irans gehört.

Das Bild zeigt den auf das Jahr 1310 zu datierenden Mihrab Oljaitus, der mit seiner kunstvollen Stuckverzierung und der reichen Schriftornamentik zu den schönsten Irans gehört.

Die Gebetsnische oder „Mihrab” der Freitagsmoschee in Isfahan  gilt als Meisterwerk der iranischen Stuckwerkskunst. Hier sehen, warum. Die formvollendeten Ranken und Blumenmuster werden von einem Schriftband aus dem Koran umgeben. Zwei Säulen, die ebenfalls mit kunstvollen Ornamenten verziert sind, begrenzen die eigentliche Nische. Links und rechts stehen zwei Minbars. Sie entsprechen in etwa den Kanzeln in christlichen Kirchen. Mit einem wichtigen Unterschied. Die oberste Plattform ist für Mohammed reserviert. Der Prediger steht also bestenfalls auf der zweiten Stufe. Die Anzahl der Stufen soll übrigens immer Vielfache von drei sein.

Diese Gebetsnische wurde im Jahre 1310 gebaut, hat also auch schon über 600 Jahre auf der Kuppel.

Freitagsmoschee Pfeiler- oder Stützen-Moschee

 

Freitagsmoschee Besucherin im Spiel zwischen Licht und Schatten

Freitagsmoschee Besucherin im Spiel zwischen Licht und Schatten

Zentrales architektonische Element der Freitagsmoschee sind die Stützen und Pfeiler. Sie tragen Kuppeln und strukturieren den Raum. Durchgänge, die Eckenkonstruktion mit 3-fach zentrierten Bögen, Zick-Zack-Muster in den Kuppeln und die sorgfältigen Dekorationen der Säulen durchziehen das ganze Gebäude in symetrischer Weise. Ferner spielen architektonischen Elemente und die als Ziegelornamentik ausgeführten geometrischen Muster und kufisch-kalligrafische Schrift eine bedeutende Rolle in der Wirkung des Gebäudes. Die Schriften sind sehr kunstvoll und auch schwer lesbar für jemanden, der Farsi oder arabische Schrift lesen kann. Hier ein paar Schriften in profanen lateinischen Buchstaben in deutscher Übersetzung:

Was ist zu lesen?

Unten findet sich der Vers 54 der 7. Sure (Araf Sure):

Gewiß, euer Herr ist Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf und Sich hierauf über den Thron erhob. Er läßt die Nacht den Tag überdecken, wobei sie ihn eilig einzuholen sucht. Und (Er schuf auch) die Sonne, den Mond und die Sterne, durch Seinen Befehl dienstbar gemacht. Sicherlich, Sein ist die Schöpfung und der Befehl. Segensreich ist Allah, der Herr der Weltenbewohner.

Diesem Text schließen sich die Namen der Bauherren des Doms in der Freitagsmoschee an.
An den Seiteneingängen finden sich die Verse 78 und 79 der 17. Sure (al-Isra „Nachtreise“)

78 Verrichte das Gebet beim Neigen der Sonne bis zum Dunkel der Nacht, und (auch) die (Qurʾān-)Lesung (in) der Morgendämmerung. Gewiß, die (Qurʾān-)Lesung (in) der Morgendämmerung wird (von den Engeln) bezeugt.

 

 

79 Und (einen Teil) der Nacht, verbringe ihn damit, zusätzlich für dich. Vielleicht wird dich dein Herr zu einer lobenswerten (Rang)stellung erwecken.

 

Freitagsmoschee Keine Kuppel gleicht einer anderen. Jede ist ein Augenschmaus.

Freitagsmoschee Keine Kuppel gleicht einer anderen. Jede ist ein Augenschmaus.

In den Gewölben von 16 Kuppeln haben die Baumeister 32 verschiedene Namen für Allah gestaltet. Der Islam kennt (mindestens) 99 Synonyme für Allah, die jeweils eine besondere Eigenschaft Allahs beschreiben. Es gibt unterschiedliche Listen. Einig ist man sich darin, das der 100. Name für den Menschen unaussprechlich und außerdem unbekannt ist. Die Parallele zum jüdischen Glauben, bei dem der Name Gottes nicht genannt werden darf, drängt sich auf, ist aber wohl irreführend.
Es gibt noch mehr Korantexte zu lesen.

Zum Beispiel die Verse 26 und 28 der 3. Sure (Al-e-Omran, Die Sippe des imrans)

26 Sag: O Allah, Herr der Herrschaft, Du gibst die Herrschaft, wem Du willst, und Du entziehst die Herrschaft, wem Du willst. Du machst mächtig, wen Du willst, und Du erniedrigst, wen Du willst. In Deiner Hand ist (all) das Gute. Gewiß, Du hast zu allem die Macht.

 

 

27 Du läßt die Nacht in den Tag eindringen und läßt den Tag eindringen in die Nacht. Und Du läßt das Lebendige aus dem Toten hervorgehen und läßt hervorgehen das Tote aus dem Lebendigen. Und Du versorgst, wen Du willst, ohne zu berechnen.

Auf der Außenseite des Dom findet sich über den Eingängen der 97. Vers der 3. Sure:

Darin liegen klare Zeichen. (Es ist) der Standort Ibrāhīms. Und wer es betritt, ist sicher. Und Allah steht es den Menschen gegenüber zu, daß sie die Pilgerfahrt zum Hause unternehmen – (diejenigen,) die dazu die Möglichkeit haben. Wer aber ungläubig ist, so ist Allah der Weltenbewohner Unbedürftig.

 

 

Taj al Molk-Kuppel

Freitagsmoschee Taj al Molk Kuppel

Freitagsmoschee Taj al Molk Kuppel

Kennzeichnend für diesen ältesten Teil der Freitagmoschee ist die geometrische Backsteinornamentik. Eines der berühmtesten und schönsten Beispiele zeigt sich auf der Kuppel des Doms. Die quadratische Grundform wird zunächst von Dreiecken zu einem Achteck anschließende durch Bogenelemente zu einem Sechzehneck, um dann den Kreis der Kuppel aufzunehmen. Am nördlichsten Punkt der Freitagsmoschee ließ Abu Qanaem Marzban Ibn e Khosoro Firuz-e Shirazi, oder kurz Taj al Molk im Jahre 1088 diesen Teil der Freitagsmoschee mit der nach ihm benannten Kuppel errichten. Sie wird auch Gunbad-i Khaki-Kuppel genannt. Sie ist somit in der Regierungszeit der Safawiden entstanden.
Die Grundfläche des Kuppelbaus ist bei einer Seitenlänge von rund 10m nahezu quadratisch. Die Wandstärke ist mit rund 4m ermittelt worden. Die Kuppel hat eine Höhe von knapp 21m.
Es ist unstrittig, dass mit der Taj a Molk-Kuppel auch im Hinblick auf die Symmetrie ein Meisterstück islamischer Architektur geschaffen wurde. Unsicher sind die Forscher, welchen Zweck dieser eindrucksvolle Ziegelbau hatte. Im Raum der Kuppel befindet sich ein eine fliesenverzierte Gebetsnische (Mihrab), die in der safawidischen Zeit hinzugefügt wurde.
Anfangs glaubten die Forscher, der Dom mit der Kuppel hätte außerhalb der Anlage gestanden und als Brunnenhaus, Bibliothek oder Ruheraum des Königs vor dem Betreten der Freitagsmoschee gedient.

Freitagsmoschee in Isfahan

In der Freitagsmoschee in Isfahan (Masjed-e Jomeh) gibt es eine Reihe von kleineren Moscheen. An der nördlichen Seite einer Iwane oder Vorterrassen liegt eine kleine Moschee namens al-Dschaitu-Moschee. Der Namensgeber dieser Moschee war ein Herrscher der Ilchane, die von 1256-1353 n.Chr. in Iran regierten.

In diesem Bericht geht es vor allem um den ältesten Teil der Freitagsmoschee mit ihren Säulen und Kuppeln. Und es geht um Bilder. Sie werden lange suchen müssen, bis Sie wieder eine so große und sorgfältig zusammengestellte Bilderstrecke über die Freitagsmoschee in Isfahan finden.

Gebetsnische Mihrab

Das Bild zeigt den auf das Jahr 1310 zu datierenden Mihrab Oljaitus, der mit seiner kunstvollen Stuckverzierung und der reichen Schriftornamentik zu den schönsten Irans gehört.

Das Bild zeigt den auf das Jahr 1310 zu datierenden Mihrab Oljaitus, der mit seiner kunstvollen Stuckverzierung und der reichen Schriftornamentik zu den schönsten Irans gehört.

Die Gebetsnische oder „Mihrab” der Freitagsmoschee in Isfahan  gilt als Meisterwerk der iranischen Stuckwerkskunst. Hier sehen, warum. Die formvollendeten Ranken und Blumenmuster werden von einem Schriftband aus dem Koran umgeben. Zwei Säulen, die ebenfalls mit kunstvollen Ornamenten verziert sind, begrenzen die eigentliche Nische. Links und rechts stehen zwei Minbars. Sie entsprechen in etwa den Kanzeln in christlichen Kirchen. Mit einem wichtigen Unterschied. Die oberste Plattform ist für Mohamed reserviert. Der Prediger steht also bestenfalls auf der zweiten Stufe. Die Anzahl der Stufen soll übrigens immer Vielfache von drei sein.

Diese Gebetnische wurde im Jahre 1310 gebaut, hat also auch schon über 600 Jahre auf der Kuppel.

Freitagsmoschee Pfeiler- oder Stützen-Moschee

 

Freitagsmoschee Besucherin im Spiel zwischen Licht und Schatten

Freitagsmoschee Besucherin im Spiel zwischen Licht und Schatten

Zentrales architektonische Element der Freitagsmoschee sind die Stützen und Pfeiler. Sie tragen Kuppeln und strukturieren den Raum. Durchgänge, die Eckenkonstruktion mit 3-fach zentrierten Bögen, Zick-Zack-Muster in den Kuppeln und die sorgfältigen Dekorationen der Säulen durchziehen das ganze Gebäude in symetrischer Weise. Ferner spielen architektonischen Elemente und die als Ziegelornamentik ausgeführten geometrischen Muster und kufisch-kalligrafische Schrift eine bedeutende Rolle in der Wirkung des Gebäudes. Die Schriften sind sehr kunstvoll und auch schwer lesbar für jemanden, der Farsi oder arabische Schrift lesen kann. Hier ein paar Schriften in profanen lateinischen Buchstaben in deutscher Übersetzung:

Was ist zu lesen?

Unten findet sich der Vers 54 der 7. Sure (Araf Sure):

Gewiß, euer Herr ist Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf und Sich hierauf über den Thron erhob. Er läßt die Nacht den Tag überdecken, wobei sie ihn eilig einzuholen sucht. Und (Er schuf auch) die Sonne, den Mond und die Sterne, durch Seinen Befehl dienstbar gemacht. Sicherlich, Sein ist die Schöpfung und der Befehl. Segensreich ist Allah, der Herr der Weltenbewohner.

Diesem Text schließen sich die Namen der Bauherren des Doms in der Freitagsmoschee an.
An den Seiteneingängen finden sich die Verse 78 und 79 der 17. Sure (al-Isra „Nachtreise“)

78 Verrichte das Gebet beim Neigen der Sonne bis zum Dunkel der Nacht, und (auch) die (Qurʾān-)Lesung (in) der Morgendämmerung. Gewiß, die (Qurʾān-)Lesung (in) der Morgendämmerung wird (von den Engeln) bezeugt.

 

 

79 Und (einen Teil) der Nacht, verbringe ihn damit, zusätzlich für dich. Vielleicht wird dich dein Herr zu einer lobenswerten (Rang)stellung erwecken.

 

Freitagsmoschee Keine Kuppel gleicht einer anderen. Jede ist ein Augenschmaus.

Freitagsmoschee Keine Kuppel gleicht einer anderen. Jede ist ein Augenschmaus.

In den Gewölben von 16 Kuppeln haben die Baumeister 32 verschiedene Namen für Allah gestaltet. Der Islam kennt (mindestens) 99 Synonyme für Allah, die jeweils eine besondere Eigenschaft Allahs beschreiben. Es gibt unterschiedliche Listen. Einig ist man sich darin, das der 100. Name für den Menschen unaussprechlich und außerdem unbekannt ist. Die Parallele zum jüdischen Glauben, bei dem der Name Gottes nicht genannt werden darf, drängt sich auf, ist aber wohl irreführend.
Es gibt noch mehr Korantexte zu lesen.

Zum Beispiel die Verse 26 und 28 der 3. Sure (Al-e-Omran, Die Sippe des imrans)

26 Sag: O Allah, Herr der Herrschaft, Du gibst die Herrschaft, wem Du willst, und Du entziehst die Herrschaft, wem Du willst. Du machst mächtig, wen Du willst, und Du erniedrigst, wen Du willst. In Deiner Hand ist (all) das Gute. Gewiß, Du hast zu allem die Macht.

 

 

27 Du läßt die Nacht in den Tag eindringen und läßt den Tag eindringen in die Nacht. Und Du läßt das Lebendige aus dem Toten hervorgehen und läßt hervorgehen das Tote aus dem Lebendigen. Und Du versorgst, wen Du willst, ohne zu berechnen.

Auf der Außenseite des Dom findet sich über den Eingängen der 97. Vers der 3. Sure:

Darin liegen klare Zeichen. (Es ist) der Standort Ibrāhīms. Und wer es betritt, ist sicher. Und Allah steht es den Menschen gegenüber zu, daß sie die Pilgerfahrt zum Hause unternehmen – (diejenigen,) die dazu die Möglichkeit haben. Wer aber ungläubig ist, so ist Allah der Weltenbewohner Unbedürftig.

 

 

Taj al Molk-Kuppel

Freitagsmoschee Taj al Molk Kuppel

Freitagsmoschee Taj al Molk Kuppel

Kennzeichnend für diesen ältesten Teil der Freitagmoschee ist die geometrische Backsteinornamentik. Eines der berühmtesten und schönsten Beispiele zeigt sich auf der Kuppel des Doms. Die quadratische Grundform wird zunächst von Dreiecken zu einem Achteck anschließende durch Bogenelemente zu einem Sechzehneck, um dann den Kreis der Kuppel aufzunehmen. Am nördlichsten Punkt der Freitagsmoschee ließ Abu Qanaem Marzban Ibn e Khosoro Firuz-e Shirazi, oder kurz Taj al Molk im Jahre 1088 diesen Teil der Freitagsmoschee mit der nach ihm benannten Kuppel errichten. Sie wird auch Gunbad-i Khaki-Kuppel genannt. Sie ist somit in der Regierungszeit der Safawiden entstanden.
Die Grundfläche des Kuppelbaus ist bei einer Seitenlänge von rund 10m nahezu quadratisch. Die Wandstärke ist mit rund 4m ermittelt worden. Die Kuppel hat eine Höhe von knapp 21m.
Es ist unstrittig, dass mit der Taj a Molk-Kuppel auch im Hinblick auf die Symmetrie ein Meisterstück islamischer Architektur geschaffen wurde. Unsicher sind die Forscher, welchen Zweck dieser eindrucksvolle Ziegelbau hatte. Im Raum der Kuppel befindet sich ein eine Fliesenverzierte Gebetsnische (Mihrab), die in der safawidischen Zeit hinzugefügt wurde.
Anfangs glaubten die Forscher, der Dom mit der Kuppel hätte außerhalb der Anlage gestanden und als Brunnenhaus, Bibliothek oder Ruheraum des Königs vor dem Betreten der Freitagsmoschee gedient.

Gebetsraum im Süden Nizam-al-Molk-Kuppel

Im äußersten Süden der Freitagsmoschee befindet sich die größte Kuppel, die Nizam-al-Molk-Kuppel. Sie ruht auf 40 Säulen die jeweils in 4er-Gruppen angeordnet sind. Die viereckige Grundform wird zunächst von dreieckigen Elementen in ein Achteck überführt. Weitere Bogenelemente transformieren das Achteck in ein Sechzehneck, das die runde Kuppel aufnimmt. Diese Kuppel ist zwar größer als die Taj al Molk-Kuppel, aber sie weist nicht die filigranen Einlegearbeiten auf.
Quellen
Der Text folgt einer englischsprachigen Informationstafel in der Freitagsmoschee. Für die Übersetzungen der Korantexte habe ich die Seite www.islam.de verwendet.
Außerdem habe ich die Seite www.isfahan.org.uk verwendet.
Viele Informationen habe ich auch dem Band Ghasemi, Mansour: Wie Isfahan einst war und heute noch ist Isfahan 1. Auflage 2010 entnommen.