Erstanlauf AIDAprima

Alles Prima  – AIDAprima

So recht an die Fertigstellung der AIDAprima hat wohl nicht einmal die Reederei geglaubt. Jedenfalls wirkten die Kurzreisen von Hamburg nach Southampton noch vor der Jungfernfahrt eher als Ergebnis eines Überraschungsmomentes.

Hier geht es zur Bilderstrecke vom Erstanlauf der AIDAprima in Hamburg. Und hier können Sie die AIDAprima besichtigen.

Ob erwartet, erhofft oder überrascht: am 21. April 2016 war es soweit: Die AIDAprima erreicht erstmals ihren Standorthafen Hamburg. Heimathafen ist trotz aller PR-Rabulistik Genua. Start und Ziel der Fahrten wird aber Hamburg sein: die AIDAprima ist ein Linienbus.

Magie des Morgens

Die Barkasse legt zeitig ab. Entsprechend früh verlasse ich die S-Bahn an der Station Landungsbrücken – und vergesse für eine Weile die AIDAprima. Dass von der „Blauen Stunde“ und den „weißen Nächten“ ein besonderer Reiz ausgeht, hatte ich schon oft erlebt, aber die Magie des Morgens ist neu.

AIDAprima Magische Momente am Morgen: die Elbphilharmonie im Licht der aufgehenden Sonne

Magische Momente am Morgen: die Elbphilharmonie im Licht der aufgehenden Sonne

Die Sonne wartet unterm Horizont auf ihren Einsatz. Sie beleuchtet von unten einen makellosen blauen Himmel. Es entsteht ein Blau wie im Bühnenbild einer Oper. Kein Staub, kein Dreck, kein Dunst trübt dieses unvergleichliche Blau. Auf den Straßen ist noch Ruhe, die Kneipen auf den Landungsbrücken haben geschlossen, die Gäste der Stadt liegen noch in den Hotelbetten. Die Hafenfähre Linie 62 legt planmäßig ab und bringt müde Nachtschichtler nach Finkenwerder. Aber sogar dieser Vorgang gewinnt durch das Licht einen besonderen Zauber. Die Sonne erreicht jetzt den Horizont und verwandelt den Blick auf die Elbphilharmonie in einen Traum aus rosa und hellblau.Die Vision von Herzog und de Meuron von der Elbphilharmonie als einer großen Welle über dem Hafen zeigt sich bei diesem Licht besonders deutlich. Was immer der Tag mit der AIDAprima noch bringt. Es hat sich bereits gelohnt.

Eskorte für die AIDAprima

Bei bestem Wetter: blauer Himmel, Sonne und verträumten Dekowölkchen (Auch die eher republikanischen Hamburger sprechen hier von Kaiserwetter) tauchte die AIDAprima am frühen Morgen aus dem Frühnebel auf der Elbe auf. Außer unserer Barkasse scheint nur noch ein Ausflugsschiff der AIDAprima entgegenzufahren. Nur die Schlepper der niederländischen Reederei Kotug kümmern sich um den Neuankömmling.

AIDAprima mit Elbphilharmonie im Gegenlicht

AIDAprima mit Elbphilharmonie im Gegenlicht

Das obligatorische Feuerlöschboot begrüßt sie erst kurz vor dem Anlegen am Kreuzfahrtterminal Grasbrook in der Hafencity mit Fontänen: auch die Hafenverwaltung hat wohl nicht recht daran geglaubt, dass die AIDAprima tatsächlich – wenn auch ein Jahr verspätet pünktlich einläuft.

Die AIDAprima ist, wie fast alle Kreuzfahrt-Neubauten, ein Massengutfrachter. Die Anmutung eines Containerfrachters und der AIDAprima und ihrer Schwestern im Geiste sind sehr ähnlich. Einzig der senkrechte Bug deutet darauf hin, dass hier keine Güter und Waren in den Kästen transportiert werden, sondern Touristen.

Im Vorfeld war die AIDAprima von der Reederei als Wunder des Umweltschutzes angekündigt worden. Fast hätte man geglaubt, die Hafenluft verließe den Schornstein sauberer als sie angesaugt wurde. Bei der Ankunft ist davon nichts zu sehen, im Gegenteil, trotz langsamster Fahrt und Verwendung von „Hafendiesel“ qualmt die AIDAprima wie alle anderen Kreuzfahrtschiffe auch. Später kommt dann heraus, dass die Abgasreinigung wegen einer fehlenden Zulassung noch nicht in Betrieb ist. Wann die Zulassung erteilt wird, ist ungewiss.

An Bord sind beim Erstanlauf der AIDAprima Mitarbeiter von Reisebüros, die Crew des Schiffes natürlich und ein paar handverlesene Journalisten. Sie erleben eine einzigartige Einfahrt in den Hamburger Hafen: der künftige Liegeplatz der AIDAprima ist im Niemandsland Steinwerder. Heute aber gleitet das neue Flaggschiff der AIDA-Reederei an der Hafenskyline vorbei mit den Tanzenden Türmen, dem Empire Riverside Hotel, dem altehrwürdigen „Michel“. Und kurz vor dem Wendemanöver am Terminal passiert die AIDAprima die Elbphilharmonie. Das ist auch für die Zuschauer auf der Begleitbarkasse ein außergewöhnlicher Anblick. Beide Bauwerke treten ihren Dienst mit großer Verspätung an – aber jedes in seiner Klasse ein Hingucker.

AIDAprima mit Elbphilharmonie

AIDAprima mit Elbphilharmonie