Architektur in Teheran

Wir haben von der Architektur in Teheran nur einen kleinen Einblick bekommen. Vom Bus aus und zuweilen als Fußgänger habe ich versucht, ein paar Fotos zu schießen. Hier ist das Ergebnis.

Das Zentrum Teherans breitet sich auf einer Fläche aus, die in etwa der Fläche des gesamten Stadtstaates Hamburgs entspricht. Die Metropole nimmt rund die Fläche des Freistaates Sachsen in Anspruch, allerdings mit 4 mal so viel Einwohnern.

Teheran Moderne Fasadengestaltung Architektur in Teheran

Teheran Moderne Fassadengestaltung

Die erste Überraschung am Flughafen war die Anzeige, dass Teheran auf einer Meereshöhe von 1.100 Metern liegt. Ein Ausflug führte uns später in den Norden der Stadt, in einen Stadtteil, der sich an den Hängen des Elburs-Gebirges hoch windet: hier waren wir 1.800m überm Meeresspiegel.

Mit großer Mühe werden links und rechts der Autobahnen Bannwälder gegen Wind und Sand gepflanzt. Die Bäume sind einzeln bewässert und behaupten sich so in der Trockenheit gegen die Dürre und brennende Sonne.

Architektur in Teheran

Nein, schön ist die Stadt nicht: Niedrige Ziegelbauten mit Läden und Werkstätten im Erdgeschoss wechseln mit hohen und voll verglasten Palästen ab. Der Besucher erlebt allerorten die Gleichzeitigkeit von Abbruch, Neubau und Verfall. Es gibt bemerkenswert viele Banken, die wie überall gerne in protzigen Verwaltungsgebäuden residieren.

Der Freiheitstum (Azadi) in Teheran. Vom Schah als Turm der Monarchie erbaut, wurde das Wahrzeichen nach der Revolution umbenannt.

Der Freiheitstum (Azadi) in Teheran.

Für dieses neue Teheran, das für den Aufbruch in die Moderne steht und auch der Erdbebengefahr trotzt, steht der Freiheitsturm. Er wurde seinerzeit noch vom Schah errichtet. Anlass waren die Feiern für 2.500 Jahre Monarchie in Persien / Iran. Die Mullahs ließen das Bauwerk stehen, benannten es aber um. Statt „Turm der Monarchie“ heißt er jetzt „Freiheitsturm„.

Bei den Fahrten durch die Stadt sahen wir außer modernen Wohnhäusern und Bürogebäuden auch noch Häuser des alten Teheran: niedrig, mit zerbröselnden Ziegeln. Aber im Gedächtnis bleiben vor allem die vielen Neubauten. Mutig lösen sich die Architekten hin und wieder von der Geraden und dem Rechten Winkel. Der Neubau einer Investmentbank verspricht, bemerkenswert zu werden. Das Baugerüst ist es auf jeden Fall.

Teheran Bürogebäude, leicht verfremdet Architektur in Teheran

Teheran Bürogebäude, leicht verfremdet

Ein Bürogebäude zeigt zwar eine konventionelle Fassade aus Aluminium und Glas, aber die leicht geschwungene Front lässt das Auge des Betrachters doch wohlwollend darauf verweilen.

Interessant ist eine nächtliche Fahrt durch Teheran. Man geizt nicht mit Licht. Häuser. Straßen und Plätze sind beleuchtet, als gäbe es den Strom kostenlos. Immerhin kommen fast überall Energiesparlampen zum Einsatz.

Bemerkenswert sind die vielen Wandbilder und Straßenkunst. Oft stellen sie Märtyrer dar, die im Krieg gegen den Irak gefallen sind. Kein Wort davn, das figürliche Darstellungen im Koran verboten wären. Aber auch zweckfreie, dekorative Bilder.

Straßen und Häuser werden nachts verschwenderisch beleuchtet - aber fast ausnahmslos mit Energiesparlampen. Architektur in Teheran

Straßen und Häuser werden nachts verschwenderisch beleuchtet – aber fast ausnahmslos mit Energiesparlampen.