Am Frankfurter Flughafen

Abenteuer Teil 2: Flughafen Frankfurt

Mein Abenteuer wartet in Marokko. Und davor hat die Reiseplanung den Flughafen Frankfurt gesetzt.

Das geschwungene Glasdach vom Flughafenbahnhof in Frankfurt ist ein Augenschmaus. Bahnanreise Flughafen Frankfurt

Das geschwungene Glasdach vom Flughafenbahnhof in Frankfurt ist ein Augenschmaus.

Der Weg vom Bahnsteig im Bahnhof des Flughafens zum Terminal ist von einigen Irrungen und Wirrungen gekennzeichnet. Der Wegweiser zum Ausgang wird diskret von einer Werbefläche verdeckt. Der Umweg gibt Gelegenheit zu einem halbwegs preiswerten Imbiss.

Wer’s nicht weiß, kommt nicht drauf: das Terminal 2 ist vom ICE-Bahnhof nur per Bus zu erreichen. Eine sehr lange Rolltreppe bringt mich zum vom Bahnhof zum Shuttle-Bus.

Der Hinweis: „Bus zum Terminal 2“ steht groß auf der Fahrbahn vor der Bushaltestelle. Allerdings sieht man den Hinweis nicht, wenn ein Bus darauf steht. Auch das übermannshohe Hinweisschild auf den Shuttle-Bus half nicht, weil es von dem Hinweis auf den Shuttle-Verkehr zu einer Messe verdeckt wird.

Aber ich habe genügend Zeitpolster, und so lerne ich die Hilfsbereitschaft der Frankfurter und ein paar öde Ecken des Frankfurter Flughafens kennen.

Die Sicherheitskontrolle

Kein Flug ohne die Rituale der Sicherheit.

Nein, ich möchte mich nicht von den ultrakurzen Strahlen abtasten lassen und bitte darum, dass ein Mitarbeiter meine mitgeführten Hieb- und Stichwaffen manuell findet. „Warum?“ will eine nette Dame wissen. „Weil Sonntag ist,“ versuche ich eine Erklärung. „Das gilt nicht;“ entscheidet die Dame, noch lächelnd. „Weil es Arbeitsplätze sichert!“ versuche ich es sozialverantworlich. „Das geht auch nicht“, lautet der Bescheid. „Weil ich die Strahlenbelastung nicht vertrage!“. Das funktioniert.

„100%-Kontrolle“ raunt ein Ober-Kontrolleur seinem Hiwi zu. Der Fluggast beginnt sich sorgenvolle Gedanken zu machen, wie viel Sicherheit denn wohl die automatisierten Kontrollen bieten.

„Oh, ja! Guut: da bin ich immer so verspannt,“ bitte ich den Kontrolleur um eine intensivere Suche im Bereich meiner Schulter. Er nimmt es mit Humor und wickelt das Programm routiniert und korrekt ab. Meinen Laptop muss ich nicht einschalten, aber die Flasche mit nominell 25cm³ Sonnenschutzmittel erregt den Mann an der Durchleuchtung. „Das muss man anmelden.“ behauptet er. Er hat recht, aber ich darf das Fläschchen behalten. Ich sichere meine Brieftasche mit den Reiseunterlagen, Ausweisen und Moneten. Dann suche ich einen freien Platz, an dem ich meine Wanderstiefel wieder anziehen kann.

Das dauert. Der Durchleuchter wird ungeduldig und lässt jegliches Verständnis für den Hinweis vermissen, dass es weder meine Idee war, die Schuhe auszuziehen, noch, die Zahl der Stühle so gering zu halten.

Ich packe den zerwühlten Inhalt meines Rucksacks zunächst mal ganz aus und dann wieder so ein, wie ich das vorgesehen hatte.

Sicherheitskontrollen sind immer wieder Labsal für die geschundene Fluggastseele. Wo erfährt man in diesen herzlos durchrationalisierten Zeiten noch so viel Zuwendung.

Und dann dieses unbeschreiblich leichte, zufriedene Gefühl von Sicherheit, das mich die nächsten Stunden umflort.